Vereinschef in La Manga

Watzke: BVB-Mission heißt nur Klassenerhalt

+
Hans-Joachim Watzke

LA MANGA - Für Hans-Joachim Watzke, den Vorsitzenden der Geschäftsführung des BV Borussia Dortmund, ist der Jahreswechsel zwar eine ruhige, aber wenig besinnliche Zeit. Die aktuelle sportliche Krise drückt schon gewaltig auf das Gemüt.

Aus La Manga berichtet Peter Schwennecker

Lesen  Sie auch:

BVB reicht Antrag für Zweitliga-Lizenz ein

Ruhiger Mittwoch für die Spieler in La Manga

Neuzugang Kevin Kampl überzeugt beim Debüt

Kehl im Abschiedsjahr: Arbeit statt Genuss

„Ich habe mir zwischendurch immer wieder einige Sportzeitungen gekauft, um auf die Bundesliga-Tabelle zu schauen. Doch die Situation hat sich nicht verändert“, erzählt der 55-Jährige am Rande des Trainingslagers im spanischen La Manga. Deshalb gibt er für die Rückrunde nur ein Ziel aus: „Unsere Mission heißt einzig und allein Klassenerhalt. Und alle anderen Dinge, die möglicherweise irgendjemandem noch im Kopf rumspuken, die zählen für mich nicht.“ Allerdings erwartet Watzke den in einer Art und Weise, die man anschließend auch als Leistung verbuchen kann, und nicht nur, weil zwei oder drei andere Mannschaften noch schlechter waren.

Mit Kevin Kampl vom RB Salzburg, der in La Manga bisher sowohl als Typ als auch als Fußballer einen sehr guten Eindruck hinterlässt, hat der BVB den Kader noch einmal für zwölf Millionen Euro aufgerüstet. Weitere Transferaktivitäten wird es vermutlich nicht geben. „Es bringt aber nichts, wenn wir jetzt generell Ausschließeritis betreiben. Es ist wenig wahrscheinlich, aber auch nicht komplett unmöglich“, betont Watzke. Die Analysen in der Winterpause hätten ergeben, dass der BVB nicht unbedingt fünf Köpfe rollen lassen und fünf Neue integrieren muss, um der sportliche Talfahrt wieder eine andere Richtung zu verleihen. „Das gibt es viele andere Möglichkeit“, beteuert der Geschäftsführer.

Kein Zweifel an Klopps Arbeit

Keine Zweifel lässt Watzke in La Manga an der Arbeit von Trainer Jürgen Klopp aufkommen, den er bestens dafür geeignet hält, auch diese sportliche Krise zu meistern. „Ich halte ihn nach wie vor für einen exzellenten Trainer. Es wäre komisch, wenn man sechseinhalb Jahre diese Meinung vertritt und dann auf einmal umschwenkt“, erklärt er. „Die Situation ist außergewöhnlich, da müssen wir uns nichts vormachen. Und insofern auch schwer. Sie war schwer zu analysieren, weil es auch keine Blaupause dafür gibt.“

Auf die weiteren Planungen soll der 17. Tabellenplatz laut Watzke allerdings keinen gravierenden Einfluss haben, zumal es dem in seiner Vereinsgeschichte schon oft krisengeschüttelte Klub in wirtschaftlicher Hinsicht so gut wie noch nicht geht. Dass der eine oder andere Spieler nicht kommt oder vielleicht geht, weil die Champions League vermutlich verpasst wird, wäre laut Watzke kein Beinbruch. „Es ist in einer krisenhaften Situation gar nicht so schlecht, wenn sich ein Spieler dennoch zu diesem Verein bekennt. Denn dieser hat dann eine Mentalität, die dir weiterhilft.“

Spieler, die nur auf der Euphoriewelle schwimmen, um nach oben zu kommen, haben diese laut Watzke eher nicht. „Und wenn es so sein sollte, wäre es auch nicht schlecht, wenn der eine oder andere dann verschwindet. Das sehe ich ganz entspannt.“

Gepräche mit Reus liegen auf Eis

Zu dieser Kategorie zählt Marco Reus nicht. Die Gespräche zwischen dem Nationalspieler und dem BVB liegen derzeit weiter auf Eis, es wird auch in La Manga keine Verhandlungen über eine vorzeitige Vertragsverlängerung geben. „Natürlich kann ich Marco verstehen, dass er jetzt erst einmal wieder spielen und er auch gucken will, in welche Richtung die Reise geht“, erklärt Watzke. Es wird irgendwann und zeitnah eine Entscheidung kommen, doch ob das vier oder acht Wochen dauert, davon hängt laut Watzke weder die Seligkeit von Marco noch von Borussia Dortmund ab.

Der Geschäftsführer ist aber weiter darum bemüht, in dieser Personalfrage Optimismus zu verbreiten: „Ich habe weiterhin die Hoffnung, dass er langfristig beim BVB bleibt. Sollte es anders kommen, dann müssen wir auch das akzeptieren. Es gibt nur drei oder vier Vereine auf der Welt, bei denen Spieler nicht mehr gehen. Da gehören wir derzeit definitiv nicht zu.“

Eindrücke aus dem Trainingslager:

BVB im Trainingslager in La Manga

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare