BVB zeigt gegen Wölfe "unfassbare Mentalität"

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DORTMUND - Der Freudensprung, zu dem Jürgen Klopp nach dem 2:1 (0:1) vor 80.000 Zuschauern (ausverkauft) gegen den VfL Wolfsburg ansetzte, erreichte Rekordhöhen. „Wer uns hat jubeln sehen, der kann im Ansatz verstehen, wie groß die Erleichterung war“, freute sich der Dortmunder Trainer.

Von Peter Schwennecker

Bei fünf noch ausstehenden Bundesliga-Begegnungen und zehn Punkten Vorsprung auf Platz vier dürfte die direkte Qualifikation für die Champions League so gut wie sicher sein. Die große Party zum 40. Geburtstag des Westfalenstadions war damit gerettet. „Mit einer Niederlage hätten wir uns einem Mörderdruck ausgesetzt“, betonte der Fußball-Lehrer. „Das war ein Big Point. Wir haben Abstand zwischen uns und den wilden Verfolgern legen können.“

Klopp sprach nach der Partie von einer „unfassbaren Mentalität“ seines Teams. Denn die erste Halbzeit gehörte allein dem VfL Wolfsburg, was die Statistik zur Pause mit 11:2 Torschüssen zu Gunsten der Niedersachsen eindeutig belegte. Doch die „Wölfe“ versäumten es, mehr als das eine Tor durch Ivica Olic (34.) zu erzielen. „Wir hätten zwei oder sogar drei Treffer vorlegen müssen“, ärgerte sich Gäste-Trainer Dieter Hecking. Besonderes Pech besaß Olic, als er in einer kuriosen Szene gleich zweimal hintereinander nur die Unterkante der Querlatte traf (39.). Schlussmann Mitch Langerak, der den verletzten Roman Weidenfeller vertrat, reagierte zudem einige Male prächtig.

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Borussia Dortmund schlägt Wolfsburg mit 2:1

„Wir haben viele unnötige Fehler gemacht und dem Gegner die Bälle in die Füße gespielt“, erklärte Klopp, der zur Pause das System auf 4-1-4-1 umstellte. Er nahm die enttäuschenden Nuri Sahin und Pierre-Emerick Aubameyang vom Feld, brachte Neuzugang Milos Jojic und Außenverteidiger Eric Durm, weshalb Kevin Großkreutz auf der linken Seite wieder den offensiven Part übernehmen konnte. Schon lief es besser bei der Borussia, die mit Kampf und Leidenschaft das Spiel drehte.

Zunächst traf Robert Lewandowski nach einer Ecke von Marco Reus mit dem Rücken zum Ausgleich (51.), in der Schlussphase gelang Reus per Abstauber das 2:1 (77.). Wolfsburg Schlussmann Max Grün, der am Samstag seinen 27. Geburtstag feierte, wurde dabei in Robin Knoche vom eigenen Mann unterlaufen und ließ den Ball fallen. Der Torhüter wollte ein Foul des Dortmunders gespürt haben. Doch sogar VfL-Trainer Hecking stellte klar: „Das war ein korrektes Tor.“ Reus freute sich diebisch: „Es kommt nicht häufig vor, dass ein Torhüter solche Fehler macht. Aber genau auf solche Situation muss man spekulieren.“

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt den Borussen nicht. Am Dienstag kommt Real Madrid zum Viertelfinal-Rückspiel der Champions League, denn geht es am Samstag zum Meister nach München, bevor drei Tage später die Wolfsburger erneut im DFB-Pokal in Dortmund erscheinen. „Nach dem, was hier zu sehen war, können sich die Zuschauer schon einmal auf das Halbfinale freuen“, meinte Hecking.

Derweil dachte Klopp nach dem 0:3 im Hinspiel aber mehr an die schier unlösbare Aufgabe gegen die Königlichen aus Madrid. „Real konnte am Wochenende sogar Ronaldo schonen. Diese Möglichkeiten haben wir nicht. Das Spiel hat sehr viel Kraft gekostet“, sagte der BVB-Trainer, der allerdings die Partie keineswegs abschenken will. „Es wird zwar sehr schwer, doch wollen wir zumindest zeigen, dass wir guten Fußball spielen können“, erklärte Klopp.

Auch Lewandowski, der im Halbfinale vor einem Jahr gleich vier Treffer gegen die Madrilenen erzielt hatte, verbreitete ein Fünkchen Hoffnung: „Man muss zumindest immer alles versuchen. Im Fußball ist vieles möglich.“ Das meinte auch Sebastian Kehl. „Wir sind überglücklich, in dieser schweren Phase drei Punkte mitgenommen zu haben. Die letzten Wochen waren sehr intensiv. Jetzt müssen wir nur noch regenerieren“, erklärte der Kapitän, der allerdings am Dienstag gegen Real wegen einer Gelbsperre nur Zuschauer ist.

Quelle: wa.de

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