Weigl, Bürki, Sahin, Guerreiro und Sokratis im Zeugenstand

Weitere Zeugenaussagen im BVB-Prozess: "Leben hat sich komplett verändert"

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Nuri Sahin

Mit den Zeugenaussagen weiterer Fußballspieler von Borussia Dortmund ist am Mittwoch der Prozess um den Bombenanschlag auf die Mannschaft des BVB vom 11. April 2017 fortgesetzt worden. 

Dortmund - Auch nach über einem Jahr ist der Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund bei den Betroffenen noch äußerst präsent. Dies bestätigten am Mittwoch vor dem Landgericht Dortmund die BVB-Profis Roman Bürki, Sokratis, Raphael Guerreiro, Shinji Kagawa, Nuri Sahin, Lukasz Piszczek, Christian Pulisic und Julian Weigl bei ihren Zeugenaussagen im Prozess gegen Sergej W., den mutmaßlichen Täter.

Unter Tränen und mit gebrochener Stimme berichtete Guerreiro, dass er total geschockt gewesen sei. Der portugiesische Europameister sprach von "großer Angst", da am 11. April vergangenen Jahres niemand gewusst habe, was noch passieren würde.

Der japanische Nationalspieler Kagawa schilderte, dass er während des Anschlags Angst vor Schüssen gehabt habe. Zudem habe er in den Wochen danach Angst gehabt, ins Auto zu steigen und zu fahren. Auch sei er wochenlang von Albträumen verfolgt worden. Mittlerweile habe sich aber wieder einigermaßen Normalität eingestellt.

Weigl hat das Thema längst nicht abgehakt

Ähnliches äußerte auch Sahin: "Mein Leben hat sich komplett verändert. Viele Sachen haben sich seit diesem Tag für mich relativiert. Ich habe einen Weg für mich gefunden, damit umzugehen und komme ganz gut damit zurecht."

Für Nationalspieler Weigl ist das Thema dagegen noch lange nicht abgeschlossen: "Ich wohne nicht weit vom Anschlagsort entfernt. Wenn ich daran vorbeifahre, fängt es mich immer wieder ein. Aber ich habe damit gelernt zu leben."

Weitere Zeugenaussagen im BVB-Prozess

Der Schweizer Nationaltorwart Bürki erklärte, dass er immer noch enorm schreckhaft sei. Der Keeper hatte den Mannschaftsbus nach dem Anschlag als Letzter verlassen, um bei seinem Teamkollegen Bartra zu bleiben.

Benjamin Weber (34), Videoanalyst des damaligen BVB-Trainers, berichtete, dass er die Hilfeschreie des Spaniers Marc Bartra, der mittlerweile beim spanischen Erstligisten Betis Sevilla spielt, noch Tage danach im Kopf gehabt habe. Bartra war bei dem Anschlag im April 2017 vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen AS Monaco als einziger Profi verletzt worden. Er erlitt einen Armbruch und Fremdkörpereinsprengungen.

sid

Quelle: wa.de

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