Happy End in Marseille

2:1 - Kevin Großkreutz erlöst Schwarz-Gelb

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Sebastian Kehl, Nuri Sahin und der BVB haben das Achtelfinal-Ticket in der Tasche.

MARSEILLE - Er hätte am liebsten alle Anhänger umarmt. Mit Riesenschritten eilte Kevin Großkreutz in der 86. Minute in die Dortmunder Fan-Kurve, nachdem er die Borussia mit dem 2:1 (1:1)-Siegtreffer in einer Zitterpartie bei Olympique Marseille doch noch ins Achtelfinale der Champions League geschossen hatte. Jetzt dürfen sich die Schwarz-Gelben auf die Auslosung am Montag in Nyon und auf weitere Einnahmen in Millionenhöhe freuen.

Von Peter Schwennecker

Es gibt Geschichten, die schreibt einfach nur der Fußball. Und BVB-Trainer Jürgen Klopp schlug schon vor dem Anpfiff ein bewegendes Kapitel auf. Denn für die Innenverteidigung neben Sokratis nominierte er überraschend Marian Sarr. Der erst 18-Jährige, Anfang des Jahres von Bayer Leverkusen verpflichtet, hatte zuvor nur 13 Spiele in der Drittliga-Mannschaft der Borussia absolviert, aber nicht einmal eine Minute in der Bundesliga. 

Der Auszubildende (Sport- und Fitnesskaufmann) feierte ausgerechnet in der Champions League sein Pflichtspieldebüt in der ersten Dortmunder Mannschaft. Und das recht ordentlich. Da auch Nuri Sahin neben Sebastian Kehl auf der Doppelsechs auflaufen konnte, durfte der BVB sein gewohntes System beibehalten.

Und es lief gleich gut für die Schwarz-Gelben, die bereits nach vier Minuten in Führung gingen. Nach einem Pass von Erik Durm setzte sich Robert Lewandowski im direkten Zweikampf gegen Lucas Mendes durch und schob zum 0:1 ein. Doch lange durften sich die 2 500 mitgereisten BVB-Fans nicht freuen. Denn nach einer Viertelstunde erzielte Souleyman Diawara den Ausgleich. Allerdings stand er beim vorangegangenen Lattenkopfball von Saber Khalifa klar im Abseits. 

2:1 in Marseille - BVB feiert spätes Happy End

Der BVB war auch danach die Mannschaft mit mehr Ballbesitz und besserer Spielkultur, doch große Chancen erarbeiten sich die Westfalen nicht, weil der entscheidende Pass im Strafraum meist zu spät oder überhaupt nicht ankam. Ab der 33. Minute sorgte dann Schiedsrichter Marijo Strahonja auch für personelle Dortmunder Überlegenheit. Nach einem Tackling von Nuri Sahin zeigte er gegen Marseilles Dimitri Payet, der erst kurz zuvor verwarnt worden war, wegen einer angeblichen Schwalbe die Ampelkarte. Ein sehr harte Entscheidung.

Bis zur Pause konnten das die nun klar dominierenden Gäste allerdings nicht nutzen. Dortmund erhöhte in der zweiten Hälfte den Druck, schnürte die Franzosen in der eigenen Hälfte ein. Doch zunächst fehlte weiter die Präzision bei den Zuspielen, die oft ins Leere gingen. 

Und dann kam auch noch Pech hinzu. Nach einer Flanke von Kevin Großkreutz scheiterte Jakub Blaszczykowski per Kopfball am glänzend reagierenden Schlussmann Steve Mandanda, kurz darauf traf Marco Reus mit seinem Schuss aus kurzer Distanz (56.) nur den rechten Pfosten. 

Die größte Möglichkeit verschenkte Lewandowski, der einen Rückpass von Benoit Cheyrou erlief, auch noch Torhüter Mandanda umspielte, doch den Ball am leeren Olympique-Tor vorbei schob. Dann war es Reus, der nach einer Flanke des für Blaszczykowski eingewechselten Jonas Hofmann das Leder über das Tor jagte. Dem BVB lief die Zeit davon. 

Klopp wollte es dann noch mit der Brechstange versuchen, brachte Julian Schieber für Reus. In der 86. Minute war es dann aber Kevin Großkreutz, der doch noch den erlösenden Treffer erzielte und allen Dortmundern eine berauschende Nacht an der Cote Azur sicherte.

Quelle: wa.de

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