Remis gegen Freiburg

Viele Brandherde: BVB vor der Selbstzerlegung

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Eines der Brandherde beim BVB: Pierre-Emerick Aubameyang.

Borussia Dortmund kommt nach dem Remis nicht zur Ruhe. Sportlich läuft es nicht, das Thema Aubameyang ist omnipräsent - und Bürki sorgte für den nächsten Brandherd.

Dortmund - Dass Pierre-Emerick Aubameyang derzeit für die meisten Dortmunder Fans zu einer Reizfigur geworden ist, ist angesichts seines öffentlichen Flirts mit dem FC Arsenal verständlich. BVB-Trainer Peter Stöger lehnte es aber nach dem enttäuschenden 2:2 (1:1) gegen den SC Freiburg vor 80360 Zuschauern ab, für das dritte Remis in Serie allein den Wirbel um den Toptorjäger verantwortlich zu machen.

"Ich hüte mich davor, das als Argument zu verwenden", sagte er. "In der Mannschaft, in der Trainingsarbeit, stelle ich nicht fest, dass die Stimmung schlecht ist."

Doch jetzt droht sie zumindest zu kippen. Die Mannschaft läuft sportlich den eigenen Ansprüchen weiter hinterher. Nicht nur Aubameyang, der erstmals wieder in der Startelf stand, musste sich bei jedem Ballkontakt Pfiffe von den Rängen gefallen lassen.

Die Fans waren bedient, weil der BVB trotz der frühen Führung durch Shinji Kagawa (9.) erneut nicht zu seinem Spiel fand und am Ende froh sein musste, dass Jeremy Toljan in der Nachspielzeit (90.+3) die beiden Freiburger Treffer von Nils Petersen (21. und 68.) wenigstens egalisierte.

Zorc rügt Bürki

Dennoch war der Frust der Protagonisten groß. Schlussmann Roman Bürki ließ sich dazu hinreißen, einen Teil der Anhänger zu attackieren.

„Von der Südtribüne kommt immer Unterstützung, aber ich habe das Gefühl, dass einige Leute auf der Ost und West ins Stadion gehen, um ein bisschen Fußball zu gucken und die Mannschaft auszupfeifen. Die haben keine Ahnung und sollten lieber zu Hause bleiben“, echauffierte sich der Torhüter vor laufenden Sky-Kameras darüber, dass nach jedem Rückpass von einigen Besuchern gleich gepfiffen wird. „Obwohl in solchen Situationen der Ball vielleicht gar nicht anders zu spielen ist“, fuhr Bürki fort.

Die verbale Ohrfeige von Sportdirektor Zorc ließ nicht lange auf sich warten: „Ich finde die Aussage unpassend und inhaltlich falsch. Ich empfehle unseren Spielern, die heute auf dem Platz waren, das Spiel noch einmal 90 Minuten anzuschauen. Dann müssen sie aufpassen, dass sie nicht selbst pfeifen.“ Dass Zorcs Einspruch Wirkung zeigte, bestätigte die Tatsache, dass Bürki wenig später über Instagram erheblich zurückruderte.

"Liebe Fans! Ich möchte Euch meine in der Emotion der Enttäuschung und mit dem entsprechenden Extrem-Puls getätigten Aussagen noch einmal genau erklären. Es ging mir nie darum, dass Fans nicht pfeifen sollen, wenn sie unzufrieden sind. Das maße ich mir überhaupt nicht an. Wenn wir nicht gut spielen, haben alle das Recht, Ihre Enttäuschung zu zeigen. Mir ging es heute um Pfiffe ganz früh im Spiel. Nach dem zweiten oder dritten Ball, der zurückgespielt wurde oder der nicht ankam. Hier würde ich mir im Sinne aller Jungs mehr Unterstützung von einigen Zuschauern wünschen! Aber nochmal: Wenn wir schlecht spielen, und wir haben gegen Freiburg schlecht gespielt, dann darf man uns dafür - selbstverständlich - auch kritisieren!" #38

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Begleitumstände nerven BVB-Profis

Die Dortmunder Verantwortlichen müssen jetzt aufpassen, dass sich der Verein nicht selbst zerlegt. Auch Mittelfeldspieler Nuri Sahin zeigte sich angesichts der Begleitumstände genervt.

„Jeder Spieler, der bei Borussia Dortmund unter Vertrag steht, hat das Recht zu spielen, wenn der Trainer ihn aufstellt. Der Trainer trifft die Entscheidungen, wir haben das zu akzeptieren“, beantwortete BVB-Mittelfeldspieler Nuri Sahin die Frage, ob die Mannschaft die Nominierung von Aubameyang mitgetragen hätte, nur ausweichend.

BVB rettet in letzter Sekunde noch Unentschieden gegen Freiburg

Spätestens bei Schließung des Transferfensters am Mittwoch wird sich der Fall Aubameyang geklärt haben. Der Gabuner zeigte bei seiner Rückkehr in die Mannschaft eine schwache Leistung, hatte bei gerade einmal 20 Ballkontakten in der Partie nur eine gute Chance per Kopfball, versteckte sich ansonsten in der Freiburger Fünferkette.

Stöger bei Auabmeyang diplomatisch

Stögers Bewertung fiel diplomatisch aus. „Er hat schon bessere Tage gehabt. Wir haben es aber auch nicht geschafft, ihn besser ins Spiel zu bringen. Er hat sich eingegliedert in eine Gruppe von Spielern, die nicht das optimale aus sich herausgeholt hat“, erklärte der BVB-Trainer.

Derweil deutete Sportdirektor Zorc an, im Fall Aubameyang gegenüber dem FC Arsenal weiter hart zu bleiben. „Entweder werden unsere Forderungen erfüllt, dann kann es noch einen Transfer geben. Oder aber, sie werden nicht erfüllt und Auba spielt bis zum Sommer in Dortmund“, beteuerte Zorc. „So ist es übrigens auch mit der Familie Aubameyang besprochen und akzeptiert worden.“

Den Londonern bleiben nur noch wenige Tage Zeit, ihr Angebot von 58 Millionen Euro auf die vom BVB geforderten 70 Millionen zu erhöhen. Spätestens ab Donnerstag werden sie sich in Dortmund dann wieder ganz auf den Fußball konzentrieren können. Angesichts der sportlichen Situation ein absolutes Muss. Zumal die anstehende Aufgabe am Freitag (20.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) bei Stögers Ex-Klub 1. FC Köln viel Brisanz verspricht.

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Quelle: wa.de

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