Fragen & Antworten

Borussia Dortmund stolpert in eine (kleine) Krise – wie geht es weiter beim BVB?

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Heftige Niederlagen sind die Spieler von Borussia Dortmund in dieser Saison eigentlich nicht gewohnt.

Der BVB spielt eine starke Saison. Vielmehr: spielte. In der jüngsten Vergangenheit häuften sich die Fehler bei Borussia Dortmund. Das wirft Fragen auf – wir liefern die Antworten.

London/Dortmund – Borussia Dortmund hat bei der heftigen 0:3-Klatsche gegen Tottenham Hotspur in der Champions League große Probleme offenbart. Auf Trainer Lucien Favre wartet reichlich Arbeit. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur ersten (kleinen) Dortmunder Krise in dieser Spielzeit.

Wie haben Spieler und Verantwortliche auf die Klatsche reagiert?

Hans-Joachim Watzke war gar nicht gut gelaunt. Der BVB-Boss verschwand sofort in Richtung Mannschaftsbus. Achraf Hakimi und Marcel Schmelzer zogen sich ebenfalls schnell zurück, Sportdirektor Michael Zorc marschierte mit versteinerter Miene davon. Dafür stand Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl Rede und Antwort. Die Laune war allgemein aber im Keller – verständlicherweise. „Das 0:3 war nicht das, was wir erwartet haben“, fasste Kehl die Lage nach dem Spiel enttäuscht zusammen.

Roman Bürki beklagte fehlende Robustheit – vor allem im Sturm. Hat der BVB-Keeper Recht?

Zum Teil. Die Offensivaktionen hätten für Entlastung in der Defensive führen können. Christian Pulisic etwa ist „gerade sicherlich nicht an seinem Leistungslimit“, erklärte Kehl. Mario Götze im Sturm ließ sich zum Ende hin weit zurückfallen, konnte als Neuner nicht zünden. Favre fordert von seiner Mannschaft, „immer neue Torchancen“ zu kreieren – die müssen dann auch genutzt werden.

Die Aufstellung war gewagt. Hat Lucien Favre sich falsch entschieden?

Dan-Axel Zagadou stand nach seiner langen Verletzungspause erstmals in der Startelf. „Da geht es ja dann auch schlicht um körperliche Größe“, sagte Zorc am Tag nach der Niederlage am Flughafen. Marcel Schmelzer war zudem noch angeschlagen, unterdrückte im Abschlusstraining noch mehrmals den Husten. Mehr oder weniger aus der Not heraus entstand dann die Aufstellung der Hintermannschaft. Vorne überraschte der Trainer mit Pulisic auf der linken Außenbahn und Mahmoud Dahoud auf der Zehn. Raphael Guerreiro – zurzeit einer der fußballerisch stärksten BVB-Akteure – schmorte aber bis zur 88. Minute auf der Bank und hätte eher ins Spiel gemusst, um einen Impuls zu setzen.

Die Winterpause hat bei manchen Spielern einen Einbruch verursacht. Woran liegt das?

Auch hier warnte Zorc schon früh. „Die Winterpause ist kurz, du bist im Urlaub und jeder klopft dir auf die Schulter“, hatte er bereits im Januar gewarnt. Die Spannung ist bei manchen noch nicht ganz wieder vorhanden, der BVB muss hier nachbessern. Wie das gelingen soll? „Mit einem ganz professionellen Verhalten“, sagte Zorc, der dabei auf die Ansprachen des Trainers setzt.

Drei Gegentore in drei aufeinanderfolgenden Spielen. Was sagt das dieser Negativtrend aus?

Die vielen Ausfälle lassen Automatismen vermissen, der Zusammenbruch nach dem ersten Gegentor in London bleibt aber nahezu unerklärlich. Es wird wohl eine Mischung aus mangelnder Konzentration, falscher Mentalität und fehlendem Willen gewesen sein. Ein Teufelskreis: Denn setzt sich der Trend fort – den es zuletzt unter Jürgen Klopp im Jahr 2010 gab –, ist das alles andere als förderlich für die Moral.

Was macht noch Mut für das Rückspiel?

Heilsbringer Marco Reus sollte dann wieder fit sein, Paco Alcácer ebenfalls, sodass sich mehr Möglichkeiten in der Offensive bieten. Zudem könnte Abwehrchef Manuel Akanji wieder zurückkehren und für mehr Stabilität in der Verteidigung sorgen. Die Spieler flüchten sich währenddessen auch hinter die Sicherheit der Gelben Wand. „Zu Hause sind wir eine Macht“, sagte Götze.

Marco Reus fehlt – wie steht es um den BVB-Kapitän?

Für das Rückspiel gegen Tottenham ist er wieder fit. Er muss aber auch in der Bundesliga schnell auf den Platz zurückkehren und Zeichen setzen. Sollte der BVB nun auch noch gegen Nürnberg patzen, wäre die Not groß. Ein Einsatz von Reus gilt aber dort als ausgeschlossen. Dortmund muss noch eine weitere Partie ohne ihn bestehen.

Montag steht schon das nächste Pflichtspiel in der Bundesliga an – was kann in der knappen Zeit geändert werden?

„Ganz ehrlich: Ich bin froh, dass es ein Montag ist und nicht schon ein Samstagsspiel“, sagte BVB-Sportdirektor Zorc auf Nachfrage dieser Redaktion. Will heißen: Borussia Dortmund will jeden Tag nutzen, um seine Fehler abzustellen. Auch kleinere Baustellen wollen behoben werden.

Der Start in die Rückrunde verlief nicht wie erhofft. Ist die Dortmunder Meisterschaft gefährdeter denn je?

Es sieht so aus. Man muss an dieser Stelle aber eine Lanze für die Dortmunder Mannschaft brechen. Lucien Favre hat eine junge Truppe unter sich mit vielen Neuzugängen. Sein Kindergarten spielte, angeführt von Routiniers wie Axel Witsel, Reus und Lukasz Piszczek, zum Teil zu gut, um die Erwartungen nun auch noch erfüllen zu können. Die Leistung stagniert nach einem fulminanten Start. Die Bayern stehen bereit. Der BVB sollte bald wieder in Fahrt kommen, will er die fünf Punkte Vorsprung auf den Rekordmeister nicht schon innerhalb der nächsten Begegnungen verlieren.

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Quelle: wa.de

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