Nach Remis in Nürnberg

Borussia Dortmund am Scheideweg – wohin geht die Reise des BVB?

+
Borussia Dortmund steuert auf einen dunklen Tunnel zu. Lucien Favre muss den BVB da herausmanövrieren.

Der BVB hat eine schwache Phase, der Vorsprung in der Liga auf den FC Bayern München schrumpft – Borussia Dortmund muss wieder siegen. Und zwar bald.

Nürnberg/Dortmund – Der Schaffner steckt seinen Kopf ein letztes Mal aus der geöffneten Tür, blickt erst nach rechts, dann nach links. Die Trillerpfeife in seinem Mund schrillt schief, die Türen zischen und schließen sich. Qietschen, die Bremsen lösen sich, die Schienen vibrieren. Die Reise beginnt. Bahnhof um Bahnhof steuert der Zug an. Plötzlich die Durchsage: „Streckensperrung, wir bitten um Ihre Geduld.“ Fünf Spiele lang dauert diese Streckensperrung nun schon im Falle des BVB. 

Im Bahnhof DFB-Pokal gibt es gar keinen Halt mehr für den schwarzgelben Sonderzug und Lokführer Lucien Favre. Ob die Reise in der Champions League zum Ziel führt, ist fraglich – alles deutet auf einen Kopfbahnhof hin. Tottenham Hotspur der Prellbock. Und in der Bundesliga hadert man mit Verspätungen, zuletzt reichten 90 Minuten plus reichlich Nachspielzeit nicht, um ein Tor gegen den Tabellenletzten zu erzielen. Die Weichen sind im Jahr 2019 noch nicht richtig eingestellt bei Borussia Dortmund.

Vorsprung auf die Bayern geschrumpft

Es waren zwischenzeitlich neun Punkte Vorsprung, die die Favre-Elf in der Fußball-Bundesliga auf Rekordmeister FC Bayern München hatte. Die Überlegenheit ist auf der Strecke geblieben und der Abstand beträgt nur noch drei Punkte. Das ist nicht viel. Sollte der BVB nun am kommenden Spieltag (Sonntag, 18 Uhr) gegen Bayer Leverkusen verlieren und parallel gewinnen die Bayern am Samstag zu Hause gegen Hertha, wäre Schwarzgelb zwar noch Tabellenführer – aber nur aufgrund des besseren Torverhältnisses. Die Meisterschaft, sie fährt davon.

Nürnberg nicht als Aufbaugegner genutzt – die ersten Reaktionen des BVB nach dem Remis

Marco Reus ist der Antrieb in dieser Saison, er zieht die Waggonreihe aus talentierten Spielern mit seiner erfrischenden Art zu spielen hinter sich her. Der Rest der Mannschaft hat zwar noch genug Schwung, rollt aber langsam aus. Der Kapitän steht im Lokschuppen und ist verletzt. Dauer der Reparatur: fraglich. Angeblich soll es zu einem Einsatz gegen Leverkusen wieder reichen – das wäre wichtig. „Er ist einer unserer besten Spieler vorne. Klar, wir brauchen ihn“, weiß auch Axel Witsel. Der Stratege auf der Sechs kann die Irrfahrt seines Teams zurzeit nicht abfangen. 0:0 gegen den Tabellenletzten Nürnberg, das fünfte sieglose Spiel in Folge.

Dortmund braucht Platz im Spiel

Das Problem nun bei den Franken: Die Gastgeber legten dicke Bremsklötze in Form von zwei tiefstehenden Abwehrketten auf die Schienen. Das bekommt der Fahrweise des BVB nicht. Gegen Bayer am Sonntag hofft man daher auf längere Strecken. „Wenn wir Platz haben, können wir unsere Schnelligkeit ausspielen und kombinieren“, erklärt BVB-Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl. Gegen die arg gebeutelten Nürnberger war das nicht möglich. Interimstrainer Boris Schommers ließ sein Team mauern, wollte angesichts der ungleichen Kräfteverhältnisse nichts riskieren. „Es war, als würde man gegen eine Wand anrennen“, so Witsel.

Daraus zieht man freilich Erkenntnisse beim BVB. Witsel: „Wir werden das Spiel jetzt analysieren und werden sehen. Wir werden aber nicht unsere Art des Fußballspiels verändern.“ Gegen Nürnberg haben die Westfalen das zum Teil getan. Hohe Flanken auf kleine Stürmer statt druckvolle Flachpässe in die Tiefe, um den Gegner zu überrumpeln. Das geht nur mit viel Energie.

BVB mit Nullnummer in Nürnberg

„Wir haben hart gearbeitet, um auf einem körperlich so guten Niveau zu spielen“, sagt Kehl. Er fordert daher von seinen Spielern: „Volle Kraft voraus!“ Auch Witsel spricht davon. Er ist sich der verfahrenen Lage bewusst. „Es wird Zeit, dass wir auf die Gewinnerseite zurückkehren. Wir werden in dieser Woche hart arbeiten und gegen Leverkusen alles geben“, sagt er. Lucien Favre wird ebenfalls schon einen Fahrplan im Kopf haben. Nach dem mauen Unentschieden beim 1. FC Nürnberg heißt es: Nächster Halt – Leverkusen. Bis zur Endstation Meisterschaft ist es noch ein langer Weg.

Verpassen Sie keine Nachricht zu Borussia Dortmund und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare