Shinji Kagawa: Rätselraten um einstigen Magier

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Rückkehrer Shinji Kagawa bleibt beim BVB hinter den Erwartungen zurück.

DORTMUND - Bei seiner Rückkehr als Hoffnungsträger bei Borussia Dortmund gefeiert, bestätigt der japanische Nationalspieler Shinji Kagawa seine Vorschusslorbeeren bisher aber nicht.

Mehr noch: Die Vorstellungen des kleinen Japaners geben seit seiner Rückkehr von Englands Fußball-Rekordmeister Manchester United einige Rätsel auf. Die von Trainer Jürgen Klopp proklamierte "prägende Figur" haben die Fans bisher noch nicht gesehen. Elf Liga-Einsätze, neun von Beginn an, nur einen Bundesliga-Treffer und nicht eine Torvorlage - so die ernüchternde Statistik des 25 Jahre alten Mittelfeldspielers, der einst einen wesentlichen Anteil am Gewinn der Meisterschaften 2011 und 2012 hatte, bevor es ihn nach dem Pokalfinale vor zwei Jahren (5:2 gegen Bayern München) auf die Insel zog.

Acht Millionen Euro investierte der BVB in die Heimkehr des verlorenen Sohnes, um unter anderem die Offensive nach dem Abschied von Torjäger Robert Lewandowski nach München zu stärken. Allein der erste Auftritt am 13. September beim 3:1 gegen den SC Freiburg machte Appetit auf den Rest der Saison. Zunächst leistete Kagawa die wesentliche Vorarbeit zur Führung durch den Ex-Herthaner Adrian Ramos, bevor der Japaner in seinem insgesamt 50. Bundesligaspiel zum 2:0 selbst traf und damit vor 80.200 begeisterten Zuschauern für die Vorentscheidung sorgte.

Mental und körperlich angeschlagen

"So laut war es hier lange nicht", stellte Klopp nach dem Abpfiff zufrieden fest. Aber auch, dass sein alter, neuer Schützling noch nicht einhundert Prozent fit ist. Nach 64 Minuten saß Kagawa, von Krämpfen geplagt, auf dem Rasen und musste ausgewechselt werden. Doch offenbar war es nicht nur die mangelnde Fitness, die Kagawa von ManU mitgebracht hat. Auch mental präsentierte sich Kagawa sichtlich angeschlagen. Die Zeit als Edelreservist bei den Reds, für die er in zwei Spielzeiten nur 38-mal in der Premier League zum Einsatz kam und schließlich unter dem neuen Teammanager Louis van Gaal keine Perspektive mehr sah, ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen.

Kagawa macht zudem die sportliche Krise des BVB zu schaffen wie auch seinen Mannschaftskollegen. Der exzellente Techniker und Dribbler wirkt gehemmt, fällt kaum auf. Die einst zündenden Ideen, mit denen er die Sturmspitzen bediente oder am Ende sogar selbst erfolgreich abschloss, blieben bislang eine Rarität. Kagawa selbst gibt sich stets kämpferisch: "Ich werde weiter hart an mir arbeiten." Während die BVB-Verantwortlichen um Geduld mit dem Nationalspieler bitten, denn das Fußball spielen könne ja auch er nicht verlernt haben. Die Fans jedenfalls wünschen sich nichts mehr als den alten Kagawa zurück und dessen magische Momente, wie einst in den Meisterjahren. - SID

Quelle: wa.de

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