Wembley ist für Roman Weidenfeller noch weit weg

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Roman Weidenfeller

DORTMUND - Roman Weidenfeller ist erstmals im Kreis der deutschen Nationalmannschaft dabei. Durch die Nominierung des 33-Jährigen ist das Torwart-Karussell acht Monate vor der WM-Nominierung noch einmal richtig in Fahrt gekommen.

Seinen ersten Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft hat Roman Weidenfeller mit Bravour erledigt. Bei den Werbeaufnahmen des DFB-Teams am Montag in München machte der 33-Jährige als Fotomodell im neuen WM-Torwarttrikot der DFB-Auswahl eine gute Figur. Nicht nur deshalb darf er hoffen, dass sein Konterfei im Vorfeld und während der WM-Endrunde in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) bei den TV-Spots mit Deutschlands Fußball-Heroen regelmäßig zu sehen ist.

"So weit denke ich noch nicht, das lasse ich alles auf mich zukommen", sagte der Keeper von Borussia Dortmund aber ganz bescheiden, als er am Dienstagmittag an der Seite von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke über den Dächern von München erstmals im DFB-Dress Rede und Antwort stand.

Auf der ersten Pressekonferenz der Nationalmannschaft vor den beiden Klassikern gegen Italien am Freitag in Mailand (20.45 Uhr/ZDF) und vier Tage später in London gegen England (21.00 Uhr/ARD) präsentierte sich der Torwart-"Opa" ganz locker und routiniert. "Ich bin toll aufgenommen worden und habe mit Manuel Neuer und Rene Adler schon zusammen im Fitnessraum gearbeitet", sagte Weidenfeller mit Blick auf seine Konkurrenten.

Gleich nach seiner Ankunft im DFB-Quartier in der bayerischen Landeshauptstadt hatte er ein Foto von sich im offiziellen DFB-T-Shirt bei Facebook gepostet. Darunter stand: "Toll, dass ich dabei bin." Im traditionsreichen Wembley-Stadion wird der Spätberufene mit seinen 33 Jahren aller Voraussicht sogar sein Debüt in der Nationalmannschaft geben.

"Manuel Neuer spielt gegen Italien, alles andere werden wir dann sehen", sagte Köpke und blinzelte seinem Nachbarn dabei zu. "Dann würde sich für mich ein Traum erfüllen, aber der i-Punkt meiner Karriere ist schon, dass ich im Kreis der Nationalmannschaft dabei bin und die Wertschätzung des Trainerstabes und der Öffentlichkeit genieße", berichtete der Routinier, der als ältester debütierender Torhüter in die deutsche Länderspiel-Geschichte eingehen kann.

Dass man 2010 in Südafrika mit dem damals bereits 36 Jahre alten Jörg Butt (für den verletzten Adler) als Nummer drei sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, sei auch in die Überlegungen bei der Personalie miteingeflossen, bekannte Köpke. Zudem habe man in Gesprächen vorab geklärt, dass sich Weidenfeller auch ohne Einsatz als Nummer zwei oder drei in den Dienst der Mannschaft stellen würde: "Das ist für mich selbstverständlich", sagte Weidenfeller, der bereits 2006 vergeblich auf eine WM-Teilnahme gehofft und in den letzten Monaten kaum noch an eine Nominierung geglaubt hatte.

Mit der Berufung von Roman Weidenfeller sei der Konkurrenzkampf um die drei Torhüter-Tickets für Brasilien aber noch nicht beendet, bekräftigte Köpke. "Die Tür ist noch nicht zu, es ist noch keiner aus der Verlosung raus. Wir wissen, dass sehr gute junge Torhüter hinten dran sind. Marc-Andre ter Stegen und Bernd Leno spielen bei der U21, aber auch einige andere Torhüter bringen hervorragende Leistungen", sagte der 51-Jährige.

Dass Ron-Robert Zieler von Hannover 96 derzeit keine gute Karten hat, wollte Köpke so nicht stehen lassen. "Sicher ist es für ihn im Moment etwas schwerer, weil es auch im Verein nicht so gut läuft. Aber wir wissen, was wir an ihm haben." - sid

Quelle: wa.de

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