So sieht Stögers Plan aus

Borussia hat keine Lust auf Bayerns Meisterfeier

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Auf Marco Reus (rechts), hier gegen Bayerns Javi Martinez, muss der BVB in München wohl verzichten.

Die Trainerfrage? Für Peter Stöger kein Thema. Ihn interessiert nur, wie seine Mannschaft am Samstag in München (18.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) bestehen kann. Taktisch legt sich Dortmunds Trainer bereits fest.

Dortmund - Daran, dass sie zu Frühlingsanfang nur noch in der Bundesliga mitmischen dürfen, müssen sie sich in Dortmund sicher erst gewöhnen. Auf die Teilnahme am DFB-Pokal-Finale hatte die Borussia zuletzt ein Abonnement, auch international war der BVB im April meist noch im Einsatz. 

"Jetzt ist es das einzige Ziel, einen der ersten vier Plätze zu erreichen", sagt Trainer Peter Stöger. Für den Österreicher ist das Erreichen der Champions League wohl auch die einzige Chance auf eine Weiterbeschäftigung im Ruhrgebiet – falls er diesen Job überhaupt weiter ausführen möchte.

Erst in einigen Wochen "schauen wir, wie die handelnden Personen – ich eingeschlossen – vorgehen werden", sagte Stöger dem Kicker. Die Kritik an seiner Arbeit geht dem früheren Kölner Trainer zu weit. "Ruhig und entspannt ist in Dortmund relativ wenig", hat er festgestellt. Dabei sollten 26 Punkte aus zwölf Bundesliga-Partien unter seiner Regie für ihn sprechen. 

Stöger hat den Auftrag, die Borussia zu stabilisieren und sie Richtung Champions League zu führen, bislang erfüllt. Jene spielerische Note, die für die Anhänger seit den erfolgreichen Tagen unter Jürgen Klopp und Thomas Tuchel zur Selbstverständlichkeit gehört, ist dabei aber auf der Strecke geblieben. "In Dortmund musst du immer das High-Level abliefern", weiß Stöger.

Die Vorzeichen sind klar

Erst recht, wenn der Gegner am Samstag (18.30 Uhr) Bayern München heißt. Der BVB geht mit vier Zählern Vorsprung auf Rang fünf in die letzten sieben Begegnungen. Punkte beim designierten Deutschen Meister, der schon am Samstag den 28. Titel perfekt machen kann, sollte Schalke zuvor gegen Freiburg nicht gewinnen, wären ein nicht eingeplanter Bonus. 

"Die Vorzeichen sind relativ klar", sagt Stöger. "Die Bayern haben den Anspruch, die beste Mannschaft zu sein. Den erfüllen sie. Wir haben den Wunsch, die zweitbeste Mannschaft zu sein. Das haben wir noch nicht erreicht. Trotzdem wollen wir was mitnehmen. Es ist unser Plan, dass sie noch nicht die Meisterschaft feiern können."

Längst fahren die Dortmunder nicht mehr mit der Aussicht nach München, dem großen Kontrahenten auf Augenhöhe begegnen zu können. Die Zeiten des "Deutschen Clasico" sind vorerst vorüber, die vor einigen Jahren noch so große Aufregung vor diesem speziellen Duell diesmal deutlich überschaubarer. 

"Vielleicht hat das mit dem Osterwochenende zu tun", mutmaßt Stöger. Vielleicht aber auch damit, dass in beiden Klubs andere Themen zuletzt wichtiger waren. Zum Beispiel das Gastspiel von Sprintstar Usain Bolt beim BVB, oder die Fitnessfrage bei Manuel Neuer in München. Bei beiden Vereinen ist vor allem aber noch nicht bekannt, wer kommende Saison auf der Trainerbank sitzen wird. Zum Teil werden gar die gleichen Kandidaten gehandelt. Die Trainerfrage in München, so Stöger, sei ihm "wurscht". 

Ohne Reus und Toprak, aber mit Sergio Gomez

Zumindest öffentlich blendet der 51-Jährige die Nebengeräusche aus. Die Konzentration gilt den Bayern. Mit gutem Grund. Bei der 1:2-Niederlage in München kurz vor Weihnachten im DFB-Pokal war Stögers Team mit einer Fünferkette angetreten und in den Anfangsminuten hoffnungslos unterlegen. "Das war kein Vergnügen", erinnert sich der BVB-Coach. 

Für Samstag ist diese Marschroute ausgeschlossen. Große Überraschungen sollten deshalb in der Dortmunder Aufstellung nicht zu erwarten sein, zumal Ömer Toprak und Marco Reus passen müssen. Auch Raphael Guerriero und Jadon Sancho fehlen nach ihren Länderspiel-Einsätzen im Kader. Dafür berief der Coach erstmals Youngster Sergio Gomez, der im Winter vom spanischen Nobelklub FC Barcelona an die Strobelallee gewechselt war. Stögers Plan: "Wir müssen selbst am Spiel teilnehmen, Ballbesitzphasen haben, den Rhythmus der Bayern brechen." 

Die Sorge, die Borussia könnte nach der ordentlichen Leistung gegen Hannover (1:0) in München wieder "Beamtenfußball" (Michael Zorc) zeigen, scheint unbegründet: "Wir haben gelernt, dagegen zu halten", sagt Stöger, der sein Team nach dem Europa-League-Aus gegen Salzburg noch heftig kritisiert hatte. "Ich habe großen Respekt davor, was die Jungs versuchen abzuliefern", sagt er jetzt. "Die Spieler unternehmen viel, um unser Minimalziel Champions League zu erreichen."

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Quelle: wa.de

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