BVB-Coach Klopp: "Wir leben noch"

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BVB-Coach Jürgen Klopp.

DORTMUND - Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking wollte gerade das Loblied auf den BVB anstimmen. „Sag es bitte nicht“, stöhnte Dortmunds Coach Jürgen Klopp nach dem 2:2 gegen den Tabellenzweiten. Zu oft hatte der Fußball-Lehrer in den vergangenen Wochen gehört, wie stark die Borussia eigentlich ist und bestimmt nicht in diese Tabellenregion der Bundesliga gehört.

Von Peter Schwennecker

„Es gibt aber wieder positive Nachrichten aus Dortmund“, beteuerte Klopp nach dem Teilerfolg. „Wir leben noch, können noch Fußball spielen und haben das Kämpfen auch nicht verlernt, was ich nie bezweifelt hätte.“

80.467 Zuschauer sahen eine starke Partie, in der die Schwarz-Gelben zweimal durch Pierre-Emerick Aubameyang (8.) und Ciro Immobile (76.) in Führung gingen, aber jeweils durch den überragenden Kevin de Bruyne (29.) und Naldo (86.) den Ausgleich hinnehmen mussten. Deshalb war Klopp am Ende zwar über das Ergebnis aus Aufwand und Ertrag enttäuscht, aber nicht unzufrieden: „Das gegen einen so starken Gegner so durchzuziehen, war schon gut, auch wenn es doof ist, wenn du den Ausgleich kurz vor Schluss durch eine Ecke kassierst.“ Sein Kollege Hecking sprach von einem „geilen Fußballspiel. Die Dortmunder haben es vom Spielrhythmus her richtig gut gemacht, Fehler provoziert und schnell umgeschaltet. Wir wussten, was uns erwartet, und dass Borussia Dortmund alles versuchen würde, dieses Spiel zu gewinnen. Wir sind zwei Mal zurückgekommen.“

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Endgültig angekommen zu sein scheint indes Dortmunds 18-Millionen-Einkauf Ciro Immobile. Der Italiener zeigte laut Klopp sein bestes Spiel im BVB-Trikot, bereitete den ersten Treffer durch Aubameyang präzise vor und erzielte das2:1 selbst. „Er hat seine absolute Qualität im Strafraum, und die hat er unter Beweis gestellt“, schwärmte der Trainer vom Auftritt des Italieners, der es in den vergangenen Wochen sehr schwer hatte, in die riesengroßen Fußstapfen des nach München abgewanderten Robert Lewandowski zu treten. Warum, erklärte Klopp. „Wir haben zuletzt seine Laufwege etwas verändert. Die Stürmer in Italien bewegen sich ganz anders als bei uns. Das musste Ciro erst lernen. Und angesichts der vielen englischen Wochen hatten wir dafür im Übungsbetrieb wenig Gelegenheit“, sagte der Coach.

Immobile selbst war nach der Partie trotz seiner guten Leistung etwas geknickt: „Wenn man kurz vor Schluss den Ausgleich kassiert, ist das immer schade“, betonte der Stürmer. „Wir müssen aber das Positive aus diesem Spiel ziehen. Der Wille, die Leidenschaft, der unbedingte Wille waren da, alle diese Tugenden müssen wir jetzt auch nach Bremen mitnehmen. Wenn wir so spielen wie gegen Wolfsburg, dann können wir jedem Gegner weh tun.“ Die letzte Partie des Jahres am Samstag beim Schlusslicht in Bremen (15.30 Uhr) bietet für den BVB die große Chance, mit einem Sieg die Abstiegsplätze zu verlassen. Das würde Klopp in erster Linie den Fans gönnen, die einmal mehr für eine Gänsehautatmosphäre im Stadion sorgten. „Wir werden am Wochenende nach Bremen fahren und alles raushauen, was möglich ist“, versprach der Coach.

Die Profis haben zumindest begriffen, um was es geht. „Unsere Fans liefern momentan ein Spektakel ab. Sie unterstützen uns komplett, weil sie wissen, dass wir wollen. Wir versuchen das zurückzugeben, aber man merkt, dass das Selbstvertrauen noch nicht perfekt ist“, meinte Weltmeister Mats Hummels. Mahnende Worte gab es von Verteidiger Marcel Schmelzer: „Wir müssen es in Bremen schaffen, die Partie genauso anzugehen wie gegen den VfL. Ansonsten bringt uns dieser Punkt gegen Wolfsburg auch nicht weiter. Wir dürfen nicht nachlassen.“ 

Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg

Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg

Quelle: wa.de

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