Fährmann hält Unentschieden fest

Friedliche Nullnummer im umkämpften Revierderby

DORTMUND - Im Revierschlager zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 wurden schon viele interessante Geschichten geschrieben. Die 144. Auflage wird nicht als besonders spektakuläres, aber durchaus ansprechendes Derby in die lange Historie eingehen.

Von Peter Schwennecker und Jens Greinke

Mit dem 0:0 vor 77.600 Zuschauern durften angesichts Dortmunder Dominanz und Chancenplus allerdings am Ende nur die Blau-Weißen zufrieden gewesen sein, die sich wie der BVB damit alle Möglichkeiten auf die direkt Qualifikation für die Champions League wahrten.

Der Sender Radio Lippewelle Hamm hat das Spiel live übertragen. Hier finden Sie zwei Audio-Stücke mit Reaktionen:

Interview Julian Draxler

Nachbericht mit verschiedenen Stimmen

Schalkes Trainer Jens Keller sah nach dem 3:1 gegen Braunschweig keinen Grund, die Startformation zu ändern, was angesichts der langen königsblauen Verletztenliste und fehlender Alternativen auch nicht zu erwarten war. BVB-Coach Jürgen Klopp nahm dagegen die im Vorfeld vermuteten Umstellungen vor. Sowohl Kapitän Sebastian Kehl als auch Marco Reus waren von Beginn an dabei. Kevin Großkreutz rückte auf die rechte Offensivseite.

Die Schalker waren zunächst auf Spielkontrolle bedacht, Dortmund lauerte auf Fehler der Gäste, um über das schnelle Umschaltspiel für Gefahr zu sorgen. Die Schalker hatten allerdings früh erkannt, dass Lukasz Piszczek auf der rechten Abwehrseite des BVB nicht seinen besten Tag erwischte. Nach vier Minuten wurde der Pole von Sead Kolasinac überlaufen, doch die gute Hereingabe konnte Klaas-Jan Huntelaar nicht verwerten. Es war die beste Möglichkeit für die Schalker im ersten Durchgang, denn danach waren die Borussen dem Führungstreffer einige Male sehr nahe. Immer, wenn der BVB schnell und direkt spielte, besaßen die Blau-Weißen in der Defensive Probleme und gerieten unter Druck.

Fotos vom Spiel:

Borussia Dortmund gegen den FC Schalke 04

Doch den Dortmundern fehlte im Abschluss die Präzision. Robert Lewandowski köpfte nach einer Linksflanke von Reus unbedrängt weit am Tor vorbei (6.), Kehl kam ebenfalls per Kopf dem Gehäuse der Gäste schon wesentlich näher (19.). Reus scheiterte freistehend an Schlussmann Ralf Fährmann (31.), setzte wenig später (39.) eine Direktabnahme nur knapp neben den rechten Pfosten.

Zum BVB-Ressort

Zum Schalke-Ressort

BVB-Trainer Klopp war zur Pause nicht unzufrieden, musste nur an kleine Stellschrauben drehen, um den Druck zu erhöhen. Was Dortmund gegen nun passivere Schalker auch gelang. Reus vertendelte gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs zwei erstklassige Chancen. Die Königsblauen benötigten schon eine Standardsituation, um das Tor von Roman Weidenfeller in Bedrängnis zu bringen. Die Möglichkeit nach einem Freistoß von Julian Draxler, der ansonsten kaum gute Szenen hatte, war allerdings hochkarätig, doch köpfte Roman Neustädter unbedrängt den Ball genau in die Arme von Weidenfeller. Der wurde weitaus weniger beschäftigt als sein Gegenüber, Fährmann, der die Schalker in der 68. Minute mit einer Glanztat vor dem Rückstand bewahrte, als Lewandowski nach einem Doppelpass mit Henrikh Mkhitaryan allein auf ihn zulief. Kurz darauf wäre auch Fährmann machtlos gewesen, doch Mkhitaryan schoss nach Vorarbeit von Großkreutz knapp am linken Pfosten vorbei. Deshalb lebte dieses Derby bis zum Ende weiter von der Spannung. Denn auch Schalke besaß noch eine Möglichkeit durch Boateng, der an Weidenfeller scheiterte.

Stimmen zum Derby:

Mats Hummels (Borussia Dortmund): Das ist eine Mischung aus Enttäuschung und Zufriedenheit. Das war unser bestes Heimspiel seit Monaten. Schalke hat Glück gehabt, hier einen Punkt zu holen. Wir waren die klar überlegene Mannschaft, hätten aber eine der vier, fünf Chancen nutzen müssen. Zumindest wissen wir wieder, wie es geht. Nur in Sachen Effektivität müssen wir uns bei einer anderen Manmnschaft was abschauen.

Sebastian Kehl (Borussia Dortmund): Schalke hat Glück gehabt. Wir waren die deutlich bessere Mannschaft. Daher sind wir enttäuscht, dass wir nicht gewonnen haben.

Julian Draxler (Schalke 04): Es ist weiter alles offen. Zu Platz zwei fehlt uns ein Punkt. Bei sieben Spielen ist das nichts.

Ralf Fährmann (Schalke 04): Ich kann mit mir zufrieden sein und werde beruhigt einschlafen. Es war schön, dass ich die Mannschaft im Spiel halten und dem Verein etwas zurückgeben konnte. Der BVB hat mächtig Druck gemacht, wir müssen mit dem Punkt zufrieden sein.

Fans blieben friedlich:

Polizeipräsenz am Stadion.

Das 144. Revierderby lief auch außerhalb des Platzes insgesamt friedlich ab. Ein großes Polizeiaufgebot hielt am Dienstag die Fans auf Distanz. Die Polizei zeigte sich am Ende zufrieden. "Die Fußballfans beider Vereine haben sich friedlich und besonnen verhalten", sagte Polizei-Einsatzleiter Dieter Keil in der Nacht.

Nach Angaben der Bundespolizei hatten es auch die Einsatzkräfte im Hauptbahnhof und in den Zügen mit friedlichen Fans zu tun. Bis kurz vor dem Anpfiff wurden nur kleinere Zwischenfälle gemeldet. Auf dem Stadionvorplatz war es zu Böllerwürfen gekommen.

Nach Zusammenstößen im Hinrunden-Duell waren für das brisante Spiel massive Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Im Vorfeld waren rund 1000 gewaltbereite Fußball-Anhänger erwartet worden, je 500 von beiden Clubs. Polizei und Bundespolizei setzten zusammen 3000 Beamte ein. Das war einer der größten Sicherheitseinsätze bei einem Fußballspiel in Nordrhein-Westfalen. Der BVB stellte rund 1000 Ordner.

Quelle: wa.de

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