Eine Woche in der Schweiz

Die Erkenntnisse des BVB-Trainingslagers in Bad Ragaz

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Maximilian Philipp (links) ist für Coach Lucien Favre eine Option für den BVB-Sturm.

Borussia Dortmund hat sich eine Woche im Trainingslager in der Schweiz auf die neue Saison vorbereitet. Die Erkenntnisse der BVB-Tage in der Schweiz.

Bad Ragaz - Eine Woche intensiver Arbeit hat Borussia Dortmund im Trainingslager in Bad Ragaz hinter sich. Der neue Cheftrainer Lucien Favre ließ bei in der Regel zwei Einheiten pro Tag kaum eine Gelegenheit aus, um den Profis seine Spielidee einzutrichtern. Das sind die Erkenntnisse aus der BVB-Woche in der Schweiz.

Form: „Ich bin nie unzufrieden“, sagte Favre lächelnd. Wohl wissend, dass jedem klar ist, dass genau das nicht der Fall ist. Der Schweizer sieht noch viel Arbeit vor sich, muss einige Baustellen beackern. Defensiv wie offensiv. Allein in den letzten beiden Tests gegen Zürich (4:3) und Neapel (1:3) kassierte der BVB sechs Gegentore.

„Wenn wir den Ball verlieren, haben wir ein Problem – auch taktisch“, so Favre: „Manchmal müssen wir einfacher spielen, statt ins Risiko zu gehen.“ Vor allem im Zentrum hat der BVB immer wieder zu wenig Zugriff auf den Gegner. Im Spiel nach vorne zeigten die Schwarz-Gelben dagegen immer wieder gute Ansätze – mit einer entscheidenden Einschränkung. „Uns fehlen im richtigen Moment die Läufe in die Tiefe, damit wir über die Abwehr spielen können“, erklärte der Schweizer, der dazu zu eine überhastete Herangehensweise seines Teams bemängelte: „Dann verlieren wir Bälle ohne Not.“

Stürmer: Einen klassischen Neuner, der sich mit Laufwegen in die Tiefe meistens gut auskennt, hat der BVB nicht. Daher feilt Favre an einer internen Lösung. Bislang war davon auszugehen, dass Maximilian Philipp diese Rolle größtenteils übernehmen wird. Doch der Chefcoach des BVB mag es nicht, nur eine Option haben, weshalb er dort zuletzt auch seinen neuen Kapitän Marco Reus auflaufen ließ. Doch ganz gleich, wer vorne steht: Die Dortmunder Offensivreihe wechselt ohnehin oft die Positionen. Fraglich, ob sich das gegen jeden Gegner auszahlt, aber: „Internationale Topstürmer, da muss man ehrlich sein, sind für Borussia Dortmund zurzeit fast unmöglich zu realisieren“, räumte Sportdirektor Michael Zorc ein. Favre derweil lächelte die Frage weg und verwies darauf, „den Pass im richtigen Moment“ machen zu müssen.

Die Niederlage des BVB in Bildern

Teamgeist und Disziplin: Beim BVB steht auf dem Platz wieder ein Team, das diesen Namen auch verdient hat. Es ist kein Geheimnis mehr, dass es in dieser Hinsicht in der vergangenen Serie hier und da Dissonanzen gegeben hat. Alles Fragen der Mentalität, des Charakters und der Disziplin.

Eigenschaften, die bei Favre und Sebastian Kehl als neuem Leiter der Lizenzspielerabteilung sehr weit oben stehen. Simples Beispiel: In der vergangenen Saison nahmen es einige Profis nicht allzu genau mit der Pünktlichkeit. „Da musste dann das ganze Team auf ein oder zwei Spieler warten“, bestätigte Roman Bürki: „Das ist nicht so erfreulich.“ Auch Maximilian Philipp fiel bereits auf, dass beim BVB nun „mehr Wert auf die Grundtugenden gelegt“ werde: „Da wurden die Zügel etwas angezogen, weil es letztes Jahr ein bisschen schleifen gelassen wurde. Das kommt ganz gut an, das Klima ist besser.“ Einen Strafenkatalog habe es zwar auch im Vorjahr gegeben, jetzt werde das Ganze aber „konsequent durchgezogen“.

Neuzugänge: Der BVB hat seinen Königstransfer mit Axel Witsel bekommen. Der 29 Jahre alte Belgier soll Chef auf dem Rasen werden, die Mannschaft führen und dem Dortmunder Spiel mehr Stabilität verleihen. Ungünstig für Favre, dass so ein wichtiger Profi erst zum Ende des Trainingslagers hinzugestoßen ist. Daher gilt für den Coach: Je eher der Belgier eingreifen kann, desto besser. Auch wenn es bislang „nur“ Eindrücke ohne Wettkampfbedingungen waren, unterstrich Abdou Diallo bereits, warum die Schwarz-Gelben für seinen Transfer 28 Millionen Euro nach Mainz überwiesen haben: Diallo überzeugt als linker Innenverteidiger nicht nur mit Ruhe und Sicherheit, sondern auch mit einem feinen Fuß, den er gut für scharfe und präzise Pässe für die Spieleröffnung einsetzt – so, wie sich Favre das vorstellt.

Kadergröße: Drei Torhüter und 26 Feldspieler. Dabei soll es nach Wunsch der BVB-Bosse nicht bleiben. Vor allem Sebastian Rode, Dzenis Burnic und Alexander Isak gelten weiterhin als Streichkandidaten. Gerade die beiden Erstgenannten dürften bei der großen Konkurrenz im Mittelfeldzentrum kaum realistische Chancen auf viele Einsatzminuten haben.

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Quelle: wa.de

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