Wankender BVB unter Zugzwang - Rauball: "Großes Vertrauen ins Team"

DORTMUND - Alles oder nichts. Im Spiel gegen den SSC Neapel ist Vorjahresfinalist Dortmund zum Siegen verdammt. Ein Aus in der Champions League schon vor Beginn der K.o.-Runde könnte die Stimmung beim Revierclub empfindlich eintrüben.

In der Vorsaison ging die wundersame Reise durch die Champions League erst in Wembley zu Ende, jetzt droht Borussia Dortmund eine Herbstdepression. Nur 183 Tage nach dem Finale von London muss der Fußball-Bundesligist um den Verbleib in der Königsklasse bangen. Bei einer Niederlage am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen den SSC Neapel wäre der frühe Knockout des zuletzt in Europa bestaunten Revierclubs so gut wie besiegelt. Ungeachtet der kniffligen Ausgangslage setzt Jürgen Klopp auf einen normalen Umgang mit seinen Profis. "Ich werde nun nicht den Druck erhöhen, indem ich sage, davon hängt die ganze Saison ab. Wir versuchen alles, um uns ein Endspiel in Marseille zu verschaffen", sagte der Trainer.

Nach dem ernüchternden 0:3 am Samstag im Bundesliga-Gipfel, mit dem der FC Bayern seinen Abstand zum vermeintlich ärgsten nationalen Widersacher auf möglicherweise vorentscheidende sieben Punkte ausbaute, steht die Borussia mächtig unter Zugzwang. Präsident Reinhard Rauball ist zuversichtlich, dass seinem Club ein weiterer empfindlicher Rückschlag erspart bleibt: "Ich habe großes Vertrauen in das Team und seine mentale Stärke, mit dieser Situation umgehen zu können."

Die Tabelle in der Gruppe F verheißt wenig Gutes. Mit sechs Punkten rangiert der BVB drei Zähler hinter dem Führungsduo FC Arsenal und SSC Neapel. Weil ein Erfolg der Londoner im zeitgleichen Heimspiel gegen das bisher punktlose Team aus Marseille als wahrscheinlich gilt, ist Dortmund zum Siegen verdammt. Torhüter Roman Weidenfeller hält das Duell mit den Italienern für "noch wichtiger" als das zurückliegende mit dem FC Bayern.

An Motivation dürfte es nicht mangeln. Denn nach dem denkwürdigen 1:2 im ersten Gruppenspiel am 18. September in Neapel, wo Trainer Klopp nach einem Wutanfall auf die Tribüne verbannt und Weidenfeller des Feldes verwiesen worden war, brennen alle Borussen auf Revanche. "Wir können dieses Spiel gewinnen, wenn die Jungs alles aus sich rausholen. Und wir werden dieses Spiel gewinnen, weil die Jungs alles aus sich rausholen", versprach Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf der Jahreshauptversammlung des Clubs am Sonntag.

Mehr noch als im Kräftemessen mit den Bayern herrscht in der Abwehr Personalnot. Denn der in der Bundesliga nur drei Tage nach seiner Verpflichtung überraschend in die Startelf beorderte Manuel Friedrich darf in der Champions League nicht eingesetzt werden. Damit wird Klopp erneut zu Umbauarbeiten gezwungen. Gut möglich, dass Sven Bender vom Mittelfeld auf die Position des Innenverteidigers rückt. Zudem ist nicht auszuschließen, dass der im Sommer an der Hüfte operierte und gegen München erstmals wieder eingewechselte Lukasz Piszczek länger eingesetzt wird als für elf Minuten.

Nicht nur die Abwehr bereitet Sorge. In den vergangenen drei Pflichtspielen erzielte die für ihre Angriffswucht gerühmte Borussia nur ein Tor. Nicht zuletzt deshalb gingen die Partien gegen den FC Arsenal (0:1), VfL Wolfsburg (1:2) und den FC Bayern allesamt verloren. Nur gut, dass auch die Italiener derzeit nicht vor Selbstvertrauen strotzen. Dem 0:3 in Turin folgte ein noch deprimierenderes 0:1 im Heimspiel gegen Parma. Damit verabschiedete sich das Team von Trainer Rafael Benitez vorerst aus dem Kreis der nationalen Titelanwärter.

Zudem musste der zunächst geschonte Marek Hamsik nur neun Minuten nach seiner Einwechslung verletzt passen und wird deshalb in Dortmund fehlen. Benitez hält große Stücke auf den Gegner: "Die Niederlage der Dortmunder gegen die Bayern macht mir keine Illusionen - Dortmund zählt zu den stärksten Teams in Europa", sagte er dem "Kicker". - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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