Dortmund mit breiter Brust

BVB-Panne bei Anreise nach London

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Wie gegen Olympique Marseille muss Jürgen Klopp auch das Spiel in London von der Tribüne aus verfolgen

London - Borussia Dortmund steht im dritten Gruppenspiel der Champions League beim FC Arsenal schon unter großem Druck. Der Finalist des letzten Jahres lässt sich davon aber wenig anmerken.

Jürgen Klopp braucht derzeit in vielerlei Hinsicht starke Nerven. Eine Flugzeug-Panne am Montag wirbelte die Vorbereitung von Borussia Dortmund auf den Champions-League-Hit beim FC Arsenal durcheinander, um gleich mehrere Stunden verzögerte sich die Anreise nach London. Doch die aufregendsten 90 Minuten stehen dem BVB-Trainer noch bevor. Im richtungweisenden Gruppenspiel gegen Mesut Özil und Co. am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) steht die Borussia bereits gehörig unter Druck - und Klopp ist auch noch zur Tatenlosigkeit verurteilt: Er muss den letzten Teil seiner Sperre absitzen.

Der Respekt vor den Gunners und ihrem deutschen 50-Millionen-Transfer wäre auch ohne die unglücklichen Umstände groß. „Arsenal ist einer der besten Klubs der Welt, und Özil ist einer der besten Spieler der Welt. Wir werden auf einen hochmotivierten und blendend vorbereiteten Gegner treffen“, sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball, bevor die Mannschaft dann doch noch abheben durfte.

Die Borussen sehen das Duell aber auch als große Chance. „Wenn wir dort gewinnen, wäre das ein Riesenschritt in Richtung Achtelfinale“, sagte Sportdirektor Michael Zorc. Und Trainer Jürgen Klopp kündigte an: „Wir wollen morgen eines unserer besten Spiele überhaupt abliefern, damit wir hier eine Chance haben.“ Sollte der BVB jedoch beim Tabellenführer der Premier League im dritten Vorrundenspiel seine zweite Niederlage kassieren, könnte es mit nur einem Dreier auf dem Konto sogar im Kampf gegen den SSC Neapel und Olympique Marseille um Platz zwei eng werden.

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Der müde Kick beim mühevollen 1:0 über Hannover 96 am Samstag in der Liga war deshalb schnell abgehakt. „Wir befinden uns wieder im Champions-League-Modus“, sagte Torhüter Roman Weidenfeller. Jakub Blaszczykowski wollte keine Zweifel an einer Leistungssteigerung aufkommen lassen: „Wir haben schon oft genug bewiesen, dass wir in der Champions League unser anderes Gesicht gezeigt haben.“ Und Mittelfeldspieler Nuri Sahin mahnt: „Der dritte und vierte Spieltag sind immer mit die wichtigsten in den Gruppenspielen. Da können Vorentscheidungen fallen.“

Ausgerechnet bei den Gunners und ausgerechnet in London, wo 150 Tage zuvor das verlorene deutsche Finale der Königsklasse gegen Bayern München (1:2) für lange Gesichter sorgte, soll der Coup gelingen. Im nördlichen Stadtteil Highbury gab es für den BVB in der Vergangenheit nichts zu gewinnen - die Borussia verlor dort in der Champions League im September 2002 mit 0:2 und vor zwei Jahren durch zwei Tore von Robin van Persie 1:2. Jene Niederlage am 12. November 2012 bedeutete das vorzeitige Ende aller Achtelfinal-Träume.

Das soll diesmal auch ohne Coach Klopp an der Seitenlinie anders laufen. „Wir kennen die Situation ohne Trainer. Wir haben das auch beim 3:0 gegen Marseille geschafft“, sagte Blaszczykowski. Der BVB-Trainer wird den zweiten Teil seiner Zwei-Spiele-Sperre wegen seines Ausrasters während des Auftaktspiels in Neapel (1:2) vermutlich irgendwo in einer Loge des komfortablen Emirates-Stadions erleben, sein Assistent Zeljko Buvac sitzt erneut auf der Bank.

Der Gegner Arsenal spielt derzeit groß auf. „Sie befinden sich schon seit Wochen in bestechender Form und stehen zurecht in der Liga ganz oben“, sagte Zorc. Der Transfer von Özil von Real Madrid für 50 Millionen Euro habe den Gunners noch einen zusätzlichen Schub gegeben.

Glücklicherweise hat sich das Dortmunder Lazarett rechtzeitig gelichtet. In London wird vermutlich auch Marcel Schmelzer nach vierwöchiger Verletzungspause wieder in der Startelf stehen, ebenso Mats Hummels, der gegen Hannover rotgesperrt war. Weiter schmerzlich vermisst werden die Langzeitverletzten Ilkay Gündogan, Sebastian Kehl und Lukasz Piszczek.

Bei Arsenals Teammanager Arsene Wenger ist Nationalspieler Mertesacker in der Abwehr gesetzt. Özil, ein „geborener Weltklassefußballer“ (Wenger im ZDF), soll in der Offensive wirbeln. Lukas Podolski befindet sich wegen einer Oberschenkelverletzung im Aufbautraining. - Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Arsenal: Szczesny - Sagna, Mertesacker, Koscielny, Gibbs - Arteta, Cazorla - Ramsey, Özil, Wilshere - Giroud. - Teammanager: Wenger

Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sahin, Bender - Blaszczykowski, Mchitarjan, Reus - Lewandowski. - Trainer: Klopp

Schiedsrichter: Jonas Eriksson (Schweden)

sid

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