BVB vor Liga-Gipfel kämpferisch

Abwehrnotstand zum Trotz: Klopp will kein Mitleid

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Jürgen Klopp

DORTMUND - Das große Verletzungspech hat die Laune von Jürgen Klopp empfindlich beeinflusst. Natürlich negativ, doch der Trainer des BV Borussia Dortmund versucht stets, aus jeder noch so bescheidenen Situation das Beste zu machen.

Von Peter Schwennecker

Den Bundesliga-Gipfel gegen die Münchner Bayern am Samstag um 18.30 Uhr im mit 80.645 Zuschauern ausverkauften Signal Iduna Park bezeichnet er als „sehr spezielles Spiel. Das wird kein leichter Tag für uns“, beteuert der Fußball-Lehrer. „Doch es ist immer noch ein Tag, der uns das Gefühl gibt, es ist etwas möglich. Damit müssen wir umgehen, uns mutig alles abverlangen, und dann mal gucken, was es dafür gibt.“

Ausgerechnet vor der so wichtigen Saisonphase mit dem Spitzenspiel gegen die Bayern und der folgenden vorentscheidenden Heimaufgabe in der Champions League am Dienstag gegen den SSC Neapel werden die Probleme beim BVB immer größer. Angesichts des Ausfalls der kompletten Viererkette mit Lukasz Piszczek, Neven Subotic, Mats Hummels und Marcel Schmelzer würde sich Klopp einen Gegner wünschen, „gegen den wir am Samstag 80 Prozent Ballbesitz hätten und gegen den ich in der Innenverteidigung spielen könnte“.

Doch zu dieser Kategorie zählt der souveräne Tabellenführer nicht. „Man muss schon damit rechnen, dass der Gegner auch ein bisschen aktiv wird“, schmunzelt Klopp. Selbst die Nachricht vom Ausfall von Franck Ribery auf Seiten der Gäste wertet Klopp nicht als Vorteil. „Wenn ein Franck Ribery nicht spielen kann, fehlt er jeder Mannschaft auf diesem Planeten“, erklärt der Dortmunder Fußball-Lehrer. „Wenn der Ersatzspieler für Ribery aber Mario Götze heißt und dazu Müller und Robben in der Dreierreihe spielen, dann sind die Probleme erträglich.“

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Womit Klopp klar unterstreicht, dass die Bayern mit ihrem Luxus-Kader derzeit Ausfälle besser verkraften können als der BVB. Deshalb geht es für die Borussia am Samstag in erster Linie darum, alles in die Waagschale zu werfen. „Gefeiert haben wir nicht wenig in den vergangenen Jahren“, meint der 46-Jährige. „Jetzt haben wir die Gelegenheit, einmal zu lernen, wie es in weniger guten Momenten im Fußball zugeht. Wir müssen uns nicht darüber unterhalten, ob jemand Mitleid mit uns hat oder wir jetzt besonders hart getroffen wurden. Wir haben den Auftrag, dafür zu sorgen, dass wir die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu sein, deutlich erhöhen. Wir haben immer noch eine riesige Qualität.“

Klopp gewährt allerdings keine Einblicke in seine Gedankenspiele, wie die Abwehr aussehen könnte. Immerhin erhielt er grünes Licht von Erik Durm, der zwar mit einer Knieverletzung vorzeitig von der U 21-Nationalmannschaft zurückkehrte, inzwischen aber wieder voll belastbar ist und wohl Schmelzer auf der linken Seite vertreten wird. Auch Manuel Friedrichs Blessur, die er sich im Testspiel gegen Paderborn zuzog, ist nicht gravierend.

„Er macht einen guten Eindruck, sonst hätten wir ihn ja nicht verpflichtet“, sagt Klopp über den 34-jährigen Routinier. „Er ist, was die Ausdauerwerte angeht, in einer sehr guten Verfassung. Ihm fehlt natürlich die Spielpraxis.“ Deshalb sind auch Sven Bender oder sogar Sebastian Kehl Kandidaten auf der Position neben Sokratis in der Innenverteidigung.

Eine stabile Defensive wird gegen die Münchner laut Klopp ebenso wichtig sein wie die Unterstützung von den Rängen. „Wir werden ein außergewöhnliches Spiel machen müssen, um diesen Gegner in irgendeiner Form Probleme bereiten zu können“, betont der Trainer. „Das werden wir als Mannschaft versuchen und dabei von den Rängen Unterstützung erfahren, wie es eben meiner Meinung nach nur bei Borussia Dortmund möglich ist.“ Denn Spaß sollen die Bayern nach Wunsch von Klopp an diesem Samstagabend nicht haben.

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Quelle: wa.de

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