BVB hadert mit Florian Meyer

Arjen Robben wird zum BVB-Albtraum

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BERLIN - Arjen Robben wird so langsam zum Albtraum für die Dortmunder Borussia. Der Niederländer, der schon vor einem Jahr das entscheidende 2:1 im Finale der Champions League gegen die Schwarz-Gelben erzielte, leitete am Samstag mit seinem Führungstor in der 107. Minute vor 76197 Zuschauern im Pokalfinale im Berliner Olympiastadion den 2:0 (0:0)-Erfolg des FC Bayern München nach Verlängerung ein.

Von Peter Schwennecker

Arjen Robben wird so langsam zum Albtraum für die Dortmunder Borussia. Der Niederländer, der schon vor einem Jahr das entscheidende 2:1 im Finale der Champions League gegen die Schwarz-Gelben erzielte, leitete am Samstag mit seinem Führungstor in der 107. Minute vor 76197 Zuschauern im Pokalfinale im Berliner Olympiastadion den 2:0 (0:0)-Erfolg des FC Bayern München nach Verlängerung ein, den schließlich Thomas Müller mit dem zweiten Treffer (120+3) besiegelte. Es war der 17. Pokaltriumph für die Münchner, die sich damit auch zum zehnten Mal in ihrer Vereinsgeschichte das Double sicherten.

„Man hat gesehen, dass wir unbedingt gewinnen wollten“, jubelte Robben nach der Ehrenrunde. Während die Münchner mit ihren Fans euphorisch feierten, herrschte bei den Dortmundern nur noch Frust. „Wir werden jetzt in den nächsten Tagen erst einmal die Wunden lecken, doch dann geht es weiter“, meinte Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der Geschäftsführung.

Nicht gut zu sprechen waren die Borussen nach dem Schlusspfiff auf Schiedsrichter Florian Meyer, der nach 64 Minuten einem klaren Treffer von Mats Hummels die Anerkennung verweigerte. Bei Dantes Rettungsversuch hatte der Kopfball des Innenverteidigers deutlich die Torlinie überschritten. „Es ist schade, dass diese Finale durch so eine Fehlentscheidung entschieden wird“, ärgerte sich BVB-Sportdirektor Michael Zorc. „Wir haben ein klares Tor erzielt. Es wäre das 1:0 gewesen. Wenn das Tor gegeben worden wäre, wäre es ein Riesenvorteil für uns gewesen.“

Traumfinale erfüllte nicht die hohen Erwartungen

Das Traumfinale erfüllte nicht die hohen Erwartungen und erreichte nie das Niveau des Endspiels der beiden Kontrahenten in der Champions League von London. Was vor allem an den Dortmundern lag, bei denen laut Jürgen Klopp diesmal vier Spieler nicht ihr wahres Potenzial abrufen konnten. „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten“, erklärte der Trainer.

Dabei besaßen die Bayern eigentlich die größten Probleme. Bei den Münchnern fiel auch noch David Alaba kurzfristig aus, zudem musste Philipp Lahm schon in der ersten Halbzeit nach einem Schlag gegen das Wadenbein vom Feld. „Ich habe es versucht, doch es ging einfach nicht mehr“, erklärte der Kapitän, der aber gleich Entwarnung gab und seine WM-Teilnahme nicht gefährdet sah.

"Pep" schickt Ajren Robben als Stoßstürmer in die Spitze

Bayern-Coach Pep Guardiola hatte taktisch umgestellt, ließ in der Abwehr mit einer Dreierkette agieren und schickte Arjen Robben als Stoßstürmer in die Spitze. „Nach den letzten Wochen mussten wir etwas verändern“, erklärte Sportvorstand Matthias Sammer die Maßnahme. „Vielleicht brauchte die Mannschaft diesen Impuls, benötigte mehr Stabilität, um sich neu zu orientieren.“

Wovon sich Klopp allerdings keineswegs überrascht zeigte: „Genau so haben wir die Bayern erwartet. Sie haben versucht, uns zu locken, um selbst schnelle Konter zu starten“, meinte der Dortmunder Fußball-Lehrer, dessen Mannschaft im ersten Durchgang nichts einfiel. 70:30 Prozent Ballbesitz für die Münchner zeigten das deutlich.

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Bayern siegt 2:0 gegen BVB und wird zum 17. Mal Pokalsieger

Erst nach der Pause agierten die Borussen zielstrebiger, doch viele Chancen erarbeiteten sie sich nicht. Robert Lewandowski gewann in seinem letzten Spiel im BVB-Trikot kaum einen Zweikampf, eine enttäuschende Leistung zeigte vor allem Henrikh Mkhitaryan, der später auch gegen Oliver Kirch ausgetauscht wurde. Dortmund trauerte am Ende dem nicht gegeben Tor von Hummels nach, weil bei den Bayern am Ende auch die Kräfte schwanden, gleich mehrere Münchner auf dem Feld mit Wadenkrämpfen behandelt werden mussten.

 Doch die Münchner zeigten am Ende vielleicht auch den größeren Siegeswillen. Allen voran Robben, der schließlich den groben Fehler der Dortmunder zum vorentscheidenden 0:1 nutzte. Ausgerechnet der ansonsten gute Kevin Großkreutz ließ sich nach einem schnellen Abwurf von Schlussmann Roman Weidenfeller von Jerome Boateng den Ball abjagen. Mit einer wahren Energieleistung besiegelte der ebenfalls von Wadenkrämpfen geplagte Müller in der Nachspielzeit der Verlängerung den Bayern-Erfolg.

„Gerade, wenn man in der regulären Spielzeit ein Tor erzielt hat, das nicht gegeben wurde, ist es schwierig diese Niederlage zu verdauen“, ärgerte sich Weidenfeller. „Nach dem 0:1 war noch eine Weile zu spielen, wir hätten durchaus noch einmal zurückkommen können. Aber es ist auch klar, dass wir diesmal nicht die Durchschlagskraft besaßen, die uns zuletzt so stark gemacht hat.“

Quelle: wa.de

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