Topspiel am Samstag

Beim BVB bleibt man gelassen vor dem Kracher gegen Bayern – warum?

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Lucien Favre stapelt gerne tief.

Im Dortmunder Lager herrscht erzwungene Unaufgeregtheit. Doch die Partie in München wird mehr als wegweisend mit Blick auf die Meisterschaft sein.

Dortmund – „Es soll schneien. Passt auf“, sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc freundlich lächelnd am Donnerstag zu den anwesenden Journalisten auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den FC Bayern am Samstag (18.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker). In Dortmund regnet es zu diesem Zeitpunkt. Grauer Himmel, trostlos. Aprilwetter eben. Alles wie immer, irgendwie, und diesen Anschein will man auch an der Strobelallee bis zum Showdown mit dem Rekordmeister aufrechterhalten.

Allerdings ist es keine normale Begegnung in der Allianz-Arena. „Es ist ein wenig speziell. Wegen der Tabellensituation. Und es ist Bayern gegen Dortmund“, sagt Lucien Favre. „Monsieur Tiefstapler“ hat wieder zugeschlagen. Na, gut, „ein wenig mehr speziell“, gibt er dann doch zu, sei das Spiel schon. Mehr aber auch eben nicht. „Es ist das nächste Spiel und wir haben noch sieben Spiele“, sagt er.

Bayern gegen BVB: Dortmund kann Vorsprung ausbauen

Ja, Recht hat er. Aber: Mit einem Sieg kann Dortmund seinen Vorsprung auf die Bayern auf fünf Punkte ausbauen. Favre will auch davon nichts wissen. „Wenn wir am Samstag gewinnen, ist es noch nicht fertig. Bei einem Unentschieden ist es auch noch nicht fertig und bei einer Niederlage ist auch noch alles offen“, so der Schweizer. Derweil regnet es in Dortmund weiter. Aprilwetter eben. Alles wie immer, irgendwie.

Aufstellung BVB: So könnte Dortmund in München starten

Michael Zorc will auch nicht so wirklich einsteigen in die Aufregung rund um den Kracher am Samstag, den Millionen Menschen verfolgen werden und der eine enorme Strahlkraft in der ganzen Welt haben wird. „Gegenseitig ist der Respekt sehr groß und so verhält man sich“, sagt der Sportdirektor. Keine Sticheleien im Vorfeld gegen den Rivalen aus dem Süden. Dort schlägt FCB-Coach Niko Kovac auch sanftere Töne an. „Es wird ein Spiel auf Augenhöhe. Der Zweite ist der erste Verlierer“, sagt er. Die Verantwortlichen wollen jegliche Aufregung vermeiden.

Bayer gegen BVB: Es kommt nicht oft zu diesem Gipfeltreffen

Angebracht ist sie aber allemal. Schließlich kommt es im deutschen Fußball nicht oft zu einem Gipfel wie diesem – noch dazu mit dem Branchenführer in der Rolle des Gejagten. Nur zur Erinnerung: Kinder, die nach dem 6. April 2013 zur Welt gekommen sind, kennen nur den FC Bayern München als deutschen Meister. Dortmund hat die Chance, das zu ändern. Der Titel ist greifbar.

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Zorc weiß das. Tief in seinem Innern. „Wir haben schon im Hinspiel gezeigt, dass wir in der Lage sind, sie zu schlagen“, sagt er. Zu Hause gewann der BVB mit 3:2, kam zweimal nach Rückstand wieder. Auswärts sieht es gegen die Bayern aber nicht so rosig aus. Vielleicht daher der Wunsch nach Normalität? In den vergangenen drei Bundesliga-Heimspielen gegen den BVB behielt nämlich der Rekordmeister bei drei Siegen und einer Tordifferenz von 15:2 deutlich die Oberhand.

Zorc hat nicht viel für Rechenspiele übrig

Der Dortmunder Sportdirektor hat für derlei Rechenspiele aber nichts übrig. „In der Regel interessiert es die Spieler von heute wenig, wie die Statistik aussieht. Wir brauchen eine Topleistung“, so der 56-Jährige. Keine Frage, die braucht es immer. „Das Spiel am Samstag ist ein sehr, sehr wichtiges. Wir wissen alle, worum es geht“, hört man Kovac im Süden bei der zeitgleich stattfindenden Pressekonferenz dann allerdings doch noch sagen. Zuletzt kassierte seine Mannschaft vier Gegentore durch den Zweitligisten Heidenheim. Also doch nicht alles wie immer? „Wie alle Mannschaften haben sie Schwächen. Nicht viele, dafür viele Stärken“, orakelt Favre.

Diese Schwächen gilt es zu nutzen. Am Samstagabend. 18.30 Uhr. Eine ausverkaufte Münchner Arena. Und ganz Fußball-Deutschland vor den Bildschirmen. Spätestens mit Anpfiff kommt die Aufgeregtheit. Auch bei Lucien Favre. Ganz bestimmt.

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Quelle: wa.de

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