Bayer-Trainerduo im Interview:

„Alle Motivation dieser Welt, gegen BVB zu gewinnen“

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Das Trainerduo Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä ist im April 2012 bei Bayer Leverkusen angetreten.

LEVERKUSEN - Das Trainerduo Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä ist im April 2012 als Übergangs- und Notlösung bei Bayer Leverkusen angetreten. Inzwischen ist es ein Erfolgsgespann und führte die Fußball-Werkself auf den zweiten Bundesligarang.

Radio Lippewelle Hamm wird im WEBRADIO am Sonntag live von dem Spiel berichten!

 „Natürlich haben wir alle Motivation dieser Welt, gegen Dortmund zu gewinnen“, sagte Lewandowski vor dem Spitzenspiel am Sonntag gegen den BVB in einem Doppel-Interview der Nachrichtenagentur dpa. Am Sonntag stehen auch Cheftrainer Lewandowski und Teamchef Hyypiä im Spitzenspiel gegen Meister Borussia Dortmund im Blickpunkt. Bayer Leverkusen ist Zweiter in der Bundesliga und steht in der Runde der letzten 32 Mannschaften der Europa League.

Haben Sie damit gerechnet, dass es so gutlaufen würde?

Hyypiä: „Natürlich sind wir ein wenig überrascht. Wir haben allerdings hart gearbeitet, um diese Ergebnisse zu erreichen. Ohne harte Arbeit bekommst du keinen Erfolg.“ Beim BVB hat Bayer das Hinspiel mit 0:3 verloren.

Ist es deshalb etwas Besonderes nun vor der Rückpartie vor dem Meister zu stehen?

Lewandowski: „Ja, es ist besonders, vor der Mannschaft zu stehen, die in der letzten Saison noch Lichtjahre von uns entfernt war. Das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Vor dem, was Dortmund leistet, muss man einen riesigen Respekt haben. Aber natürlich haben wir alle Motivation dieser Welt, gegen Dortmund zu gewinnen.“

Sehen Sie sich denn schon auf Augenhöhe mit Vereinen wie Bayern, Schalke oder Dortmund?

Lewandowski: „Wir haben zumindest gezeigt, dass wir jeden schlagen können. Es hat schon eine gewisse Aussagekraft, dass wir nach 19 Spielen noch vor Dortmund stehen.“

Rudi Völler sagte vor kurzem, dass es wie der Gewinn der Meisterschaft wäre, würde Bayer Leverkusen sich für die Champions League qualifizieren. Sehen Sie das auch so?

Hyypiä: „Wenn wir am Ende der Saison nicht auf dem ersten Platz stehen, sind wir kein Meister.“

Glauben Sie, dass Bayer die Bayern noch vom ersten Platz verdrängen können?

Hyypiä: „Solange es noch eine kleine Chance gibt, darf man nicht aufgeben. Im Fußball kann alles passieren. Aber wir schauen nicht auf andere Mannschaften, sondern nur auf uns.“

Mit dem FC Liverpool haben Sie 2005 nach einem 0:3 zur Pause gegen den AC Mailand noch das Champions-League-Finale gewonnen!

Hyypiä: „Damals hat in der Kabine niemand mehr daran geglaubt, dass wir das Spiel noch drehen können. Das war unglaublich und hat gezeigt, was möglich ist.“

Herr Lewandowski, Franz Beckenbauer hat Ihnen vor kurzem das Du angeboten. Sind Sie jetzt endgültig auf der Bühne Bundesliga angekommen?

Lewandowski: „War ich vorher auch. Trotzdem ist es schön und angenehm, weil Franz Beckenbauer eine Persönlichkeit aus dem Sport ist, die jeder aus meiner Generation und darüber hinaus schätzt.“

Herr Hyypiä, Sie wurden zum „Trainer des Jahres“ in Finnland gewählt - ohne wirklich etwas erreicht zu haben, wie Sie selber gesagt haben. Waren Sie darüber eher glücklich oder auch ein wenig beschämt?

Hyypiä: „Es gibt in Finnland viele Trainer, die schon jahrelang gute Arbeit gemacht haben. Vielleicht wäre dieser Preis für diese Leute besser gewesen. Auf der anderen Seite kam es noch nie vor, dass ein Finne als Trainer in einer der großen europäischen Ligen tätig ist. Von daher ist es etwas Besonderes, dass ich diese Position innehabe.“

Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann die finnische Nationalmannschaft zu trainieren?

Hyypiä: „Es gibt zwei spezielle Plätze für mich: Den FC Liverpool, wo ich zehn Jahre gespielt habe und die finnische Nationalmannschaft. Natürlich wäre es schön, dort irgendwann als Trainer tätig zu sein.“

Mit einem Sieg und zwei Auswärtsniederlagen sind Sie holprig in die Saison gestartet. Haben Sie danach einen gewissen Druck gespürt?

Lewandowski: „Es stimmt schon, dass unsere Arbeit damals sehr kritisch beurteilt wurde. Das war eine kleine Klippe, die wir umschiffen mussten. Aber es war auch eine wichtige Erfahrung. Wir haben die Ruhe bewahrt und weiter an dem festgehalten, von dem wir überzeugt waren. Das hat sich dann auch ausgezahlt.“

Hyypiä: „Ich denke, dass diese Konstellation mit uns zu Beginn nicht so positiv gesehen wurde. Aber es ist im Fußball normal, dass die Leute anfangen, jemanden zu kritisieren, wenn es nicht gut läuft.“

Können Sie sich vorstellen, gemeinsam auch bei einem anderen Verein tätig zu werden? Oder möchten sie lieber allein ihre Trainerkarrieren fortsetzen?

Hyypiä: „Diese Konstellation ist nicht das Einfachste. Es können immer Schwierigkeiten auftreten. Aber wir haben eine gute Arbeitsbeziehung und keine Probleme miteinander. Momentan sind wir Zweiter und die Stimmung im Verein ist gut. Aber das kann sich auch schnell wieder ändern. Was in der Zukunft passiert, weiß niemand.“

Lewandowski: „Es ist es nicht einfach, jeden Tag in dieser Zusammenstellung zu arbeiten. Bisher klappt es ganz gut, aber das heißt nicht, dass wir auch in den nächsten zehn Jahren zusammenarbeiten werden.“

Quelle: wa.de

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