BVB ändert Strategie: Geld in Mannschaft, nicht aufs Konto

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Dortmund - Die Zeit der Schuldentilgung ist bei Borussia Dortmund vorbei. Gewinne sollen jetzt dahin fließen, wo es der Fan als erstes sieht.

Borussia Dortmund ändert die Strategie. Nach der Fast-Insolvenz vor zehn Jahren, hat der BVB seine Schulden abgetragen und Festgeld auf dem Konto angelegt. Jetzt will der Verein die Einnahmen nicht mehr bei der Bank anhäufen, sondern investieren. "Das absolute Primat der Zukunft ist die Wettbewerbsfähigkeit", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Freitag bei der Bilanzvorstellung in Dortmund. Der Verein will seine in den vergangenen Jahren aufgebaute Strahlkraft erhalten. Dazu brauche der BVB sportlichen Erfolg.

Mehr als 50 Millionen Euro Festgeld liegen auf den Konten, und operativ hat sich der BVB ein Jahres-Ergebnis in ähnlicher Höhe erarbeitet. Das sei ein wichtiger Indikator für die Wirtschaftskraft, sagte Watzke. Der Reingewinn fiel zwar mit 5,5 Millionen Euro kleiner aus als im Vorjahr. Einiges wurde aber auch in den Abbau der letzten Schulden gesteckt. Und der Umsatz wächst weiter, auf 276 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2014/2015. Bis 2018 sollen es rund 300 Millionen Euro werden, so viel wie im Rekordjahr 2012/13 mit dem Finale in der Champions League und fetten Einnahmen aus dem Transfer von Mario Götze zu den Bayern.

Gewinne wollen die Dortmunder künftig vermehrt in den Fußball stecken, um angesichts steigender Ablösesummen und Gehälter weiter im Kreise der 20 besten Mannschaften in Europa mitmischen zu können. Derzeit liege der BVB im Uefa-Ranking auf Platz acht. "Es gibt für uns keine Alternative, als zu versuchen, im Rahmen unserer Möglichkeiten, einigermaßen mitzuhalten", sagte Watzke.

Die englischen Vereine erhöhen durch einen neuen Milliarden-Fernsehvertrag ihre Einnahmen massiv, die Bundesliga droht ins Hintertreffen zu geraten. Die börsennotierte Borussia könnte sich weiteres Geld noch auf dem Kapitalmarkt besorgen. Die Aktionäre hatten die Geschäftsführung dazu im vergangenen Jahr ermächtigt. Zuvor hatte der BVB über eine Kapitalerhöhung 140 Millionen Euro eingenommen. Die Sponsoren Evonik, Signal Iduna und Puma hatten Aktienpakete übernommen. Das Geld diente unter anderem für Investitionen, zur Schuldentilgung und weiterer Auffüllung der Konten.

Sportlich hatte der BVB in der vergangenen Saison nicht immer auf höchstem Niveau mitgehalten. Bis Februar lag die Mannschaft sogar in der Liga auf einem Abstiegsrang, um dann noch auf einen Qualifikationsrang für die Europa League zu klettern. In der Champions League kam das Aus im Achtelfinale gegen Juventus Turin, eine Runde früher als ein Jahr zuvor und viel früher als im Finaljahr 2013. Im Pokal gab es im Endspiel gegen Wolfsburg eine Niederlage. Bis Februar war es, wie Watzke es ausdrückte, eine "Horrorsaison". Am Ende sei es noch eine "durchwachsene" Saison geworden.

Zum diesjährigen Bundesligaauftakt verströmte die Borussia gegen Mönchengladbach beim 4:0 zwar wieder Glanz wie in den Meisterjahren 2011 und 2012. Und auch im Pokal und der Europa League-Qualifikation gab es Siege. Aber wie beim Qualifikationsspiel in Norwegen knirschte es zwischenzeitlich auf dem Platz. Erst nach 0:3 Rückstand kam der BVB in Schwung und drehte das Spiel. - dpa

Quelle: wa.de

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