Wulff: Deutschland ist Einwanderungsland

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Bundespräsident Christian Wulff meint: Deutschland ist ein Einwanderungsland.

Berlin - Bundespräsident Christian Wulff hat sich gegen Äußerungen aus den Reihen der CSU gewandt, wonach Deutschland kein Einwanderungsland sei.

Es gelte, was er in seiner Rede vom 3. Oktober gesagt habe, sagte Wulff bei seinem offiziellen Antrittsbesuch im Land Berlin am Dienstag. Er fügte hinzu: “Ich stehe dazu“. Wulff hatte bei seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen darauf hingewiesen, dass Deutschland erkannt habe “dass Einwanderung stattgefunden hat, auch wenn wir uns lange nicht als Einwanderungsland definiert und nach unseren Interessen Zuwanderung gesteuert haben“. Zudem hatte er betont, dass der Islam inzwischen ebenso zu Deutschland gehöre wie Christen- oder Judentum. Wulff räumte ein, dass bisher manches an Schwierigkeiten “nicht hinreichend aufgearbeitet“ worden sei.

Christian Wulff und seine Vorgänger

Das waren die deutschen Bundespräsidenten

Bei der Teilhabe von Menschen an der Gesellschaft und an Bildung habe Deutschland Defizite, die nicht nur Zuwanderer beträfen. Es hätten sich Parallelgesellschaften gebildet, die nicht geduldet werden dürften. Zugleich vermisste der Bundespräsident ausreichend Kenntnisse über den Islam, insbesondere über den “alten Islam“. Wenn es mehr Wissen darüber gäbe, hätte Deutschland heute viele Diskussionen nicht. In diesem Sinne wünsche er sich Impulse von der Stadt Berlin. Der Bundespräsident sprach sich dafür aus, dass Deutschland attraktiv werden müsse für Menschen, “besonders für die, die wir dringend brauchen“. Wenn es um die “besten Köpfe“ gehe, brauche man eine “Willkommenskultur“, sagte Wulff und fügte hinzu: “Vielfalt muss man wollen, aber die Unterschiede dürfen nicht zu groß sein“, darunter der zwischen Arm und Reich. Wulff betonte, er verstehe sich als Bundespräsident, der “Ängste ernst nimmt, aber auch Mut macht“.

dapd

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