Wulff bleibt bis Ende Juni Ministerpräsident

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Christian Wulff will bis Ende Juni Ministerpräsident in Niedersachsen bleiben und das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl abwarten.

Hannover - Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) will sein Regierungsamt bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten behalten. Er wolle das Ergebnis der Wahl nicht vorweg nehmen.

“Ich möchte vor allem jeden Eindruck vermeiden, dass man das Ergebnis der Bundesversammlung vorwegnimmt“, sagte Wulff am Montag in Hannover. “Deswegen werde ich eben erst zurücktreten, wenn ich durch die Bundesversammlung gewählt sein sollte“, fügte er hinzu. Der CDU-Politiker machte zugleich deutlich, dass er bei einem Scheitern in der Bundesversammlung niedersächsischer Ministerpräsident bleiben will. Er sei gerne Ministerpräsident und konzentriere seine Bemühungen jetzt auf die Bewerbung um das Amt des Bundespräsidenten.

“Aber man kann schon einiges daraus ablesen, dass ich allenfalls dann als Ministerpräsident zurücktrete, wenn ich als Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland gewählt werde“, beantwortete er die Frage nach seinen Plänen bei einem Scheitern bei der Bundespräsidentenwahl. Bis zur Bundesversammlung will Wulff in Hannover seine “normalen Amtsgeschäfte“ als Ministerpräsident weiterführen. “Wenn es einzelne Wünsche gibt, Dinge zu verschieben oder später zu entscheiden, dann wird man das sicher berücksichtigen“, sagte er mit Blick auf die Landespolitik.

Wulff nennt Gauck “exzellenten Kandidaten“

Seinem Mitbewerber um das höchste Staatsamt, Joachim Gauck, bezeichnete Wulff als einen “exzellenten Kandidaten“. Es müsse alle freuen, dass die Bundesversammlung die Auswahl zwischen mehreren Kandidaten habe. Er selbst habe viel Zuspruch aus dem Bereich der Kirchen, der Gewerkschaften und der Wirtschaft und von vielen Bürgerinnen und Bürgern aller Generationen bekommen. Er freue sich auf die Chance, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland werden zu können. Er werde alles dafür tun, dass das eine sehr überzeugende Amtszeit werde.

“Ich nutze die nächsten Wochen, um vielleicht noch Bedenken ausräumen zu können bei der einen oder dem anderen“, kündigte der CDU-Politiker an. Man werde am 30. Juni eine gute Bundesversammlung erleben. Dass sich FDP, CDU und CSU bereits für den ersten Wahlgang in der Bundesversammlung auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt hätten, sei eine besondere Sache, betonte Wulff. “Das ist ein besonderer Vertrauensbeweis für mich.“ Er habe Verständnis dafür, dass einzelne Liberale und Christlich-Soziale am Anfang lieber einen eigenen Kandidaten gehabt hätten. “Insbesondere teile ich die hohe Wertschätzung für Joachim Gauck“, sagte Wulff zudem.
dapd

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