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„Weisheit mit der Muttermilch“: Wolfgang Kubicki greift Ricarda Lang an – und verbreitet Unwahrheiten

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Von: Moritz Serif

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Wolfgang Kubicki nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau
Wolfgang Kubicki nimmt es offenbar mit der Wahrheit nicht so genau. (Archivfoto) © Martin Schutt/dpa/picture alliance

FDP-Mann Wolfgang Kubicki schimpft mal wieder gegen die Grünen. Der Politiker verlangt die Laufzeitverlängerung und verbreitet Unwahrheiten über Atomenergie.

Berlin – Wolfgang Kubicki, stellvertretender FDP-Vorsitzender, hat die Grünen dazu aufgefordert, sich rasch darauf zu verständigen, ob sie eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken wollen. „Sonst ist es zu spät“, sagte er am Montag (1. August) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

„Die Gas-Verstromung muss sofort beendet und die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke beschlossen werden, zunächst einmal bis 2024. Sonst beklagen die Grünen einen Zustand sozialer Härte, den sie selbst verursacht haben“, sagte er. Kubicki attackierte die Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang wegen ihres Sommerinterviews im ZDF.

Kubicki greift Ricarda Lang an, weil sie gegen Atomenergie ist

Sie hatte im ZDF gesagt, dass die Laufzeitverlängerung nichts anderes, als ein Wiedereinstieg in die Atomkraft sei. „Und das wird es mit uns auf jeden Fall nicht geben.“ Kubicki behauptete, dass die Grünen energiepolitische Realitäten nicht beachten würden. „Nur die Grünen glauben, die Weisheit mit der Muttermilch aufgesogen zu haben. Überall in Europa setzt man auf Kernkraft als klimaschonende Technologie. Nur bei uns werden Braunkohlekraftwerke wieder angefahren“, sagte er.

Aufgabe verantwortlicher Politik sei es gerade jetzt, den Mangel zu beseitigen, statt ihn zu verwalten. „Appelle zum Sparen ersetzen keine verantwortungsvolle und vorausschauende Politik“, betonte Kubicki. Nach aktuell geltendem Recht müssen die drei verbliebenen deutschen AKW spätestens am 31. Dezember 2022 abgeschaltet werden.

Kubickis Behauptungen stimmen nicht – Kernkraft ist alles andere als klimaschonend

Tatsächlich gibt es jedoch nach wie vor Sicherheitsbedenken – ebenso wenig eine Lösung für die Endlagerung des Atommülls. Frankreich musste die meisten Atomkraftwerke abschalten, da ein Betrieb während des Sommers wegen hoher Temperaturen zu gefährlich ist. Dass Kernkraft klimaschonend sei, hält einem Faktencheck nicht stand. Kernenergie hat zwar eine bessere Bilanz als fossile Träger wie Kohle oder Gas, ist jedoch viel umweltschädlicher als erneuerbare Energien. (mse/dpa)

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