Wolf in Niedersachsen

„Antwort auf die zunehmende Bedrohung“ – Niedersachsen will Wölfe ins Jagdrecht aufnehmen

Wolf im Wald.
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Ein Wolf läuft durch sein Revier. Er soll in Niedersachsen in das Jagdrecht aufgenommen werden.

Der Wolf soll in Niedersachsen in das Jagdrecht aufgenommen werden. Nicht alle Parteien sind jedoch mit dem Vorstoß einerstanden.

Kassel – Die Regierungskoalition im niedersächsischen Landtag hält an dem Vorhaben fest, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. „Der Abschuss des Wolfes ist dort, wo keine anderen Abwehrmaßnahmen zielführend sind, die einzig richtige Antwort auf die zunehmende Bedrohung“, sagte CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Die Grünen im Landtag lehnten den Vorstoß ab, sagte deren Fraktionsvize Christian Meyer: „Das ist reine Symbolpolitik der Groko aus SPD und CDU.“ Der Wolf bleibe auch nach einer förmlichen Aufnahme ins Jagdrecht ganzjährig geschützt und dürfe nicht bejagt werden.

Nach dem zweiten Absatz eine Zwischenüberschrift :)

Auch in Hessen werden immer mehr Wölfe gesichtet. Im Werra-Meißner-Kreis beobachten zwei Tiere einen Landwirt* und umkreisen ihn. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg lebt ebenfalls ein Wolfspaar*. Ein Video aus Ludwigsau zeigt, wie zwei Tiere unmittelbar nacheinander dort mit Urin ihr Revier markieren.

BezeichnungWolf
Wissenschaftlicher NameCanis lupus
Aussehen70 bis 90 Zentimeter groß (Schulterhöhe), bis zu 140 Zentimeter lang, von gelblichgrauer, über graubraune bis dunkelgraue Fellfarbe
ErnährungRehe, Rothirsche und Wildschweine, aber auch kleinere Tiere
FortpflanzungGeschlechtsreif mit 22 Monaten, Tragezeit von circa neun Wochen, meist mehrere Welpen pro Wurf
Quelle: Nabu.de

Niedersachsen will Wölfe ins Jagdrecht aufnehmen: CDU spricht von „wichtigem Signal“ für Weidetierhalter

Toepffer betonte: „Wenn sein Fortbestand nicht länger gefährdet ist, gehört der Wolf wie jedes andere Wildtier auch ins Jagdrecht aufgenommen.“ In dem Gesetzentwurf heißt es dem Bericht zufolge: „Liegt eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung vor, kann die Jagdbehörde durch Verfügung für einen oder mehrere Jagdbezirke eine Jagdzeit für die Erlegung eines oder mehrerer Wölfe festlegen.“

Dies sei ein „wichtiges Signal“ für Weidetierhalter* und Jäger in Niedersachsen, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Frank Schmädeke. Die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ändere aber nichts an seinem Schutzstatus, betonte die SPD-Abgeordnete Karin Logemann.

An der rechtlichen Zulässigkeit der Entnahme von Problemwölfen werde sich nichts ändern, sagte dazu Christian Meyer von den Grünen. „Wölfe bekämen denselben Status wie Seehunde, die ebenfalls im Jagdrecht aufgenommen sind, aber als streng geschützte Art eine vollständige Schonzeit haben.“

Niedersachsen will Wölfe ins Jagdrecht aufnehmen: Zahl der Übergriffe auf Weidetiere stark gestiegen

Der Jägerschaft erweise die rot-schwarze Koalition damit möglicherweise sogar einen Bärendienst, sagte Meyer weiter. Die Jäger würden unter anderem womöglich für Rissschäden durch Wölfe an Nutztieren von Landwirten verantwortlich gemacht. Gleichzeitig bleibe aber für die Entnahme von Problemwölfen in strengen Ausnahmefällen weiterhin das Umweltministerium zuständig. Zur Konfliktlösung trage die Aufnahme ins Jagdrecht nichts bei, es sei eine reine „Placebo-Politik“.

In Niedersachsen leben nach Schätzungen von Experten 350 bis 400 Wölfe. Früheren Angaben von Umweltminister Olaf Lies (SPD) zufolge gibt es im Land 39 Wolfsrudel, ein Wolfspaar und zwei Einzelwölfe. Die Zahl der Übergriffe auf Weidetiere in Niedersachsen sei von 8 im Jahr 2012 auf etwa 230 Übergriffe in diesem Jahr gestiegen. (Luisa Weckesser mit dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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