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Handfester Skandal um Klitschko bei Box-Veranstaltung in den USA: Video zensiert, wichtige Passage fehlt

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Von: Markus Hofstetter

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Wladimir Klitschko wurde für seine sportlichen Leistungen geehrt. An der Zeremonie nahm er nicht teil, doch er schickte eine Videobotschaft. Teile davon waren dem Veranstalter offenbar zu heikel.

Kiews/Canastota - Die International Boxing Hall of Fame (IBHOF) ehrt Boxer, Trainer und andere Personen, die mit dem Boxsport verbunden sind. Rund fünf Jahre nach seinem Karriereende ist auch der Ex-Weltmeister Wladimir Klitschko darin aufgenommen worden. Sein Bruder Vitali Klitschko, der derzeit Bürgermeister von Kiew ist, wurde bereits 2018 in die Ruhmeshalle aufgenommen. Zu den geehrten des Jahrgangs 2021 gehören übrigens auch Floyd Mayweather und Laila Ali, Tochter von Boxlegende Muhammad Ali.

Klitschko-Rede zensiert: In dem Video geht er Ex-Boxweltmeister zunächst auf seine sportliche Karriere ein

Die Zeremonie, in deren Rahmen die Verleihung stattfand, ging vergangenes Wochenende vom 9. bis 12 Juni in Canastota im US-Bundesstaat New York über die Bühne. Da Wladimir Klitschko wegen des Ukraine-Konflikts nicht in die USA reisen konnte, wandte er sich in Videobotschaft an das Publikum. Dieses Video ist auch auf der Klitschko-Twitter-Seite zu finden. Um dieses Video könnte es nun eine handfesten Skandal geben, da es von den Veranstaltern manipuliert worden ist.

Zunächst geht Wladimir Klitschko in seinem Video auf seine sportliche Karriere ein. Er sagt, dass er sich daran erinnere, wie er im Alter von 14 Jahren seine Boxkarriere begann. Er habe sich damals nie träumen lassen, es in diesem Sport so weit zu bringen, vor allem unter den respektierten Champions der International Boxing Hall of Fame zu sein. Das sei fantastisch und eine große Ehre.

Klitschko-Rede zensiert: Kritik an anderen Ex-Boxweltmeister wegen enger Beziehung zu Russland

Doch dann wird seine Rede politisch. Er geht auf die russische Aggression gegen sein Heimatland, die ihn darin hinderte, persönlich an der Zeremonie teilzunehmen. Später kam er in diesem Zusammenhang auf ein anderen Boxer zu sprechen, Roy Jones Jr. „Es gibt eine Person, für die ich eine echte Frage habe: Eine Person hat das ukrainische Gesetz gebrochen, indem sie durch russisches Territorium auf die besetzte Halbinsel Krim eingedrungen ist. Diese Person ist Roy Jones“, sagt Wladimir Klitschko.

„Also, Roy, auf wessen Seite stehst du? Auf der Seite des Angreifers oder auf der Seite des Verteidigers seines Lebensrechts? Ich respektiere dich als Kämpfer, aber ich zweifle an deinem moralischen Kompass“, so Wladimir Klitschko weiter.

Klitschko-Rede zensiert: Veranstalter schneiden Stelle in Videosprache heraus

Den Verlauf der Zeremonie kann man auf dem offiziellen Video nachverfolgen, das auf Youtube zu finden ist. Darin ist auch zu sehen, wie Wladimir Klitschkos Videoansprache gezeigt wird. Doch der Teil, in dem er Roy Jones Jr. kritisiert, ist von den Veranstaltern zensiert worden, er ist nicht zu sehen. Dabei fällt auf, dass diese Szene handwerkwerklich schlecht herausgeschnitten wurde. Sie scheint der IBHOF zu politisch zu sein. Pikant dabei ist, dass Roy Jones Jr. für das Jahr 2022 auf der Liste der IBHOF-Geehrten steht.

Roy Jones Jr. wird eine große Nähe zu Russland nachgesagt. Der Ex-Boxweltmeister hatte sich 2015 mit Wladimir Putin getroffen und erhielt von diesem die russische Staatsbürgerschaft.

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