Westerwelle zu Syrien-Mission aufgebrochen

Berlin - Angesichts der ausufernden Gewalt in Syrien ist Außenminister Guido Westerwelle am Montag zu einer fünftägigen Nahostreise aufgebrochen.

Bei Gesprächen in Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei und im Libanon will Westerwelle die deutsche Krisendiplomatie fortsetzen und für eine politische Lösung in Syrien werben.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es dazu, vor dem Hintergrund der eskalierenden Lage in Syrien und des Risikos eines regionalen Flächenbrandes gehe es bei der Reise vor allem darum, sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen.

Dabei hat Westerwelle auch die Gefahr eines Überschwappens der Gewalt auf angrenzende Länder im Blick. So erfasste der Konflikt in Syrien am Wochenende erneut den Libanon. Bei Gefechten zwischen Unterstützern und Gegnern des Regimes von Präsident Baschar Assad wurden im Norden des Libanon mindestens sieben Menschen getötet und 22 weitere verletzt.

Westerwelles Partei stützt den Kurs ihres Außenministers. Die FDP setze auf eine friedliche Lösung, sagte FDP-Generalsekretär Patrick Döring nach einer Sitzung des FDP-Präsidiums. Die Idee einer militärischen Lösung werde bei den Liberalen „nicht weiterverfolgt“, erklärte er.

Ziel ist Umsetzung des Annan-Plans

Aus Diplomatenkreisen in Berlin wurde bekräftigt, dass Deutschland auf die Umsetzung des Friedensplans von Kofi Annan setzt. Die Reise diene dazu, mit wichtigen Partnern am Golf und in der Region weitere Schritte zu besprechen, wie der schon einige Wochen alte Plan des Sondergesandten endlich umgesetzt werden könne. Innerhalb der Arabischen Liga und der Freundesgruppe des syrischen Volkes hätten die Golf-Staaten eine treibende Rolle inne, hieß es. Die Türkei sei als regionaler Dreh- und Angelpunkt für die Lösung der Syrien-Krise ein zentraler Ansprechpartner.

Westerwelle trifft am Dienstag in Doha unter anderem den katarischen Außenminister Scheich Hamad bin Jassim bin Dschabor el Thani. Noch am Abend reist er nach Abu Dhabi weiter, trifft dort Außenminister Abdullah bin Sajed al Nahjan und nimmt an einem Empfang anlässlich des 40-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen teil.

Am Mittwoch hält Westerwelle eine Rede bei der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA), anschließend fliegt er nach Istanbul weiter und ist dort zu Gast bei der Eröffnungssitzung des Deutschen Anwaltsvereins Türkei.

Am Donnerstag nimmt Westerwelle in der türkischen Metropole am „Global Counterterrorism Forum“ teil. Anschließend reist er in den Libanon weiter, dort steht am Donnerstag ein Gespräch mit Staatspräsident Michel Sleiman an. Vor seiner Rückreise nach Berlin trifft Westerwelle am Freitag noch den libanesischen Ministerpräsidenten Nadschib Mikati.

dapd

Rubriklistenbild: © dapd

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare