Westerwelle räumt Fehler ein

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Der scheidende FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat Fehler eingeräumt, die zur Aufgabe des Amtes geführt hätten.

Berlin - Der scheidende FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat Fehler eingeräumt, die zur Aufgabe des Amtes geführt hätten. Er gibt auch zu, dass er die Doppelbelastung als Parteichef und Außenminister unterschätzt hat.

Der scheidende FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle macht persönliche Fehler für sein Scheitern im Amt verantwortlich. Westerwelle, der zugleich Bundesaußenminister ist, sagte Der Zeitung “Bild am Sonntag“: “Ich muss selbstkritisch feststellen, dass ich die Doppelbelastung bei Übernahme des Amtes im Herbst 2009 unterschätzt habe und dass die Arbeit für die Partei teilweise zu kurz gekommen ist.“ Er habe erkennen müssen, dass die Anforderungen an einen deutschen Außenminister gelegentlich zu wenig Zeit für die Parteiarbeit gelassen hätten. “Ich habe im ersten Amtsjahr an die 60 Staaten besucht. Allein den Nahen Osten und Nordafrika habe ich bis jetzt elf Mal besucht.“

Endgültig erkannt habe er, dass die beiden Ämter nicht miteinander vereinbar seien während seiner jüngsten Asien-Reise: “Während des Solidaritätsbesuchs nach der schrecklichen Naturkatastrophe in Japan wurde eine wichtige Debatte über die Zukunft in meiner Partei geführt, ohne dass ich wirklich eingreifen konnte.“

Sie waren die Chefs der FDP

Sie waren die Chefs der FDP

Als weiteren Fehler bezeichnete es Westerwelle, Reformvorhaben zugunsten wahltaktischer Überlegungen verzögert zu haben. “Nach dem Regierungswechsel im Jahr 2009 hätten wir schneller mit den schwierigen Reformen ans Werk gehen müssen statt auf die Wahlen in Nordrhein-Westfalen im Frühjahr 2010 Rücksicht zu nehmen. Doch in zehn Jahren als Parteivorsitzender macht man sicher mehr als einen Fehler.“

Denn allen vergleichbaren Ländern weltweit geht es nicht so gut wie uns.“ Eine sinkende Arbeitslosenzahl unter 3 Millionen, der kontinuierliche Schuldenabbau und steigende Nettolöhne seien “auch das Verdienst dieser von der FDP mit getragenen Bundesregierung.“

Trotz miserabler Umfragewerte ist für Guido Westerwelle die Existenz der FDP nicht gefährdet. “Weder die Umfragen für die einen noch für die anderen spiegeln die wahre Lage in Deutschland wieder. Wir haben Anfang des Jahres bewiesen, dass wir in der Lage sind, den Turnaround zu schaffen, haben in Hamburg das beste Wahlergebnis in 40 Jahren erzielt. Dann kam die Katastrophe von Japan und hat uns viel Gegenwind, den Grünen Rückenwind verschafft.“ Westerwelle fügte an: “Das wird sich auch wieder ändern.“

dapd

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