Westerwelle für höhere Löhne

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Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat jetzt auch der FDP- Vorsitzende Guido Westerwelle höhere Löhne angeregt.

Berlin - Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat jetzt auch der FDP- Vorsitzende Guido Westerwelle höhere Löhne angeregt.

“Wenn die Wirtschaft wächst und dieses Wachstum Substanz und Dauer hat, dann sollten die Früchte dieses Aufschwungs auch bei den Menschen ankommen, die hart dafür gearbeitet haben“, sagte der Außenminister und Vizekanzler dem “Hamburger Abendblatt“ (Samstag). Zuvor hatte Brüderle (FDP) auf das Ende der Krise verwiesen und betont, dass kräftige Lohnerhöhungen möglich seien, wenn die Wirtschaft boome. Merkel unterstützte den Vorstoß ihres Wirtschaftsministers: “Das ist natürlich etwas, was Buchstabe für Buchstabe die Bundeskanzlerin ganz genauso sieht“, sagte ihr Sprecher Steffen Seibert in Berlin.

Westerwelle betonte, Brüderle habe auf die Tarifautonomie hingewiesen, “gleichzeitig aber auch eine Selbstverständlichkeit ausgesprochen“. Gewerkschaften und Arbeitgeber hatten Brüderle Einmischung vorgeworfen. Nach Einschätzung der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute werden die Bruttolöhne 2011 um 2,8 Prozent steigen. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, wies den Vorstoß für deutlich höhere Löhne scharf zurück. “Mit der pauschalen Forderung kann ich nichts anfangen, ich halte das für sehr gefährlich“, sagte er zu “Handelsblatt Online“. Zwar spreche angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung nichts gegen Lohnerhöhungen. “Umgekehrt darf man aber auch nicht vergessen, dass die deutsche Wirtschaft auf Massenentlassungen verzichtet hat, als es der Konjunktur im letzten Jahr schlecht ging“, sagte Zimmermann.

Auch sei die wirtschaftliche Lage nicht in allen Branchen gleichermaßen gut. “Es wird deshalb auf Augenmaß ankommen.“ Der DIW-Chef geht davon aus, dass es in den Branchen, in denen es brumme, zu kräftigeren Lohnsteigerungen kommen werde. Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hatte Brüderle erwidert: “Das Tarifergebnis für die Stahlindustrie kann auf keinen Fall Maßstab für andere Bereiche sein. Darin sind wir uns mit den Gewerkschaften einig.“ DGB-Chef Michael Sommer stellte klar, dass Lohnerhöhungen allein die Gewerkschaften mit den Arbeitgebern aushandelten. “Die Politik war immer gut beraten, dass sie sich da raushält.“

dpa

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