V-Mann-Berichte aus Nazi-Szene verschwunden

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Martina Renner

Erfurt - In Thüringens Verfassungsschutz sind nach Angaben der Linke-Fraktion vor Jahren die Berichte eines wichtigen Informanten aus der rechten Szene verschwunden.

Das Amt habe 2003 förmlich festgestellt, dass die Treffberichte mit einem um das Jahr 1996 angeworbenen wichtigen Mitglied der Neonazi-Organisation „Blood&Honour“ fehlten, sagte Fraktionsvize Martina Renner am Montag im Untersuchungsausschuss des Landtags.

Der im Jahr 2000 suspendierte Ex-Verfassungsschutz-Präsident Helmut Roewer entgegnete auf Fragen zu dem Geraer Neonazi, dass ihm weder dessen Name noch Deckname heute etwas sagten.

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„Blood&Honour“ war im September 2000 vom Bundesinnenministerium verboten worden. Vor allem in Sachsen stellte die Gruppe einige der engsten Unterstützer des zunächst in Chemnitz untergekommenen späteren NSU-Trios. Polizei und Verfassungsschutz waren nach dessen Untertauchen im Januar 1998 auch bald auf Führungsfiguren von „Blood&Honour“ gestoßen, die zum Teil schon seit Mitte der 90er Jahre Kontakt vor allem zu Uwe Mundlos, hatten. Die Zwickauer Terrorzelle - bestehend aus den Neonazis Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe - soll für zehn Morde verantwortlich sein.

dpa

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