Unruhen des 6. Januars

Trump-Anhängerin: „Schäme mich dafür“ – Erstes Urteil nach Erstürmung des US-Kapitols gefallen

Die Unruhen des 6. Januars gelten als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie. Eine Frau aus Indiana wurde nun verurteilt.

Washington - Die Erstürmung des US-Kapitols am 6. Januar 2021 hat die Vereinigten Staaten erschüttert. Mehr als fünf Monate später ist nun ein erstes Urteil gegen eine Teilnehmerin des Aufruhrs gefallen. Eine 49-jährige Frau aus Indiana wurde am Mittwoch zu drei Jahren Haft auf Bewährung, gemeinnütziger Arbeit und einem Bußgeld von 500 Dollar verurteilt. Einer Gefängnisstrafe entging sie, weil sie sich vor der Gerichtsverhandlung schuldig bekannte.

Die Frau namens Anna Morgan-Lloyd räumte ein, sich illegal Zutritt zum Kapitol verschafft zu haben, als dort am 6. Januar der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November zertifiziert werden sollte. „Ich war dort, um Präsident Trump meine Unterstützung zu zeigen, und ich schäme mich dafür, dass es ein unzivilisiertes Schauspiel der Gewalt wurde“, sagte sie in einer Videoschalte vor dem Bundesgericht in Washington.

Erstürmung US-Kapitol am 6. Januar 2021: Erstes Urteil nach mehr als fünf Monaten gefallen

Am 6. Januar verfolgte Morgan-Lloyd den Auftritt des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump*, der seine vollkommen unbelegten Wahlmanipulations-Vorwürfe verbreitete. Weiter forderte er die Menge auf, zum U-Kapitol zu marschieren und „auf Teufel komm raus zu kämpfen“. Daraufhin folgte die 49-Jährige der Menge zum Kapitol, blieb aber nur zehn Minuten in dem Parlamentsgebäude und machte sich keiner Gewalt schuldig. „Das war der schönste Tag in meinem Leben“, schrieb sie am nächsten Tag auf Facebook. Nach ihrer Festnahme kooperierte sie nach Angaben ihres Anwalts mit der Justiz, entschuldigte sich und „dachte über viele ihrer Ideen noch einmal nach“.

Wegen ihres Schuldeingeständnisses folgte Richter Royce Lamberth der Empfehlung der Staatsanwaltschaft und verzichtete auf eine Haftstrafe. Zugleich betonte er, dass es sich um ein „ernstes Verbrechen“ handelte. Diese Demonstration „ist nicht zufällig gewalttätig geworden“, sagte er. Die Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar* durch radikale Trump-Anhänger gilt als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie. Im Zuge der Gewalt kamen fünf Menschen zu Tode, darunter ein Polizist.

Die US-Behörden identifizierten inzwischen rund 800 mutmaßliche Teilnehmer der Kapitol-Erstürmung, gegen rund 500 von ihnen wurde Anklage erhoben. Das Urteil gegen Morgan-Lloyd könnte darauf hindeuten, dass das Strafmaß unterschiedlich ausfallen kann - abhängig von den Vorwürfen gegen die Teilnehmer und deren Kooperationsbereitschaft. (AFP/aka) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © J. Scott Applewhite/dpa

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