Sponsoren ziehen sich zurück

Bizarre Gala in New York: Gäste sollen 30.000 Dollar zahlen, um umstrittenen Staatschef zu sehen

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Jair Bolsonaro (l), Präsident von Brasilien, und Sergio Moro (2.v.l.), Justizminister, machen Daumen hoch bei einer Zeremonie zur Vergabe des Rio-Branco-Ordens im Außenministerium.

Nach dem Rückzug mehrerer Unternehmen aus der Förderung eines Gala-Events hat der umstrittene Stargast seine Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt.

New York - Jair Bolsonaro, Brasiliens Staatschef, habe entschieden, nicht zu der Veranstaltung am 14. Mai zu reisen, erklärte ein Sprecher am Freitag. Er verwies auf "den Widerstand und die gezielten Attacken des New Yorker Bürgermeisters und den Druck von Interessengruppen" auf die Organisatoren.

Die Gala sollte von der brasilianisch-amerikanischen Handelskammer ausgerichtet werden. Bolsonaro sollte dabei mit der Auszeichnung "Person des Jahres" geehrt werden. Ursprünglich sollte die Veranstaltung im Naturkundemuseum von New York stattfinden - das Museum sprang aber schließlich ab. Schließlich sollte die Gala im Marriot Marquis Hotel am Times Square veranstaltet werden, wo es daraufhin jeden Abend zu Protesten und der Forderung nach einer Absage des Events kam.

Bolsonaro-Gala in New York: Ticket für Veranstaltung kostet 30.000 Dollar

Am Freitag bestätigten die US-Fluglinie Delta, die britische Tageszeitung "Financial Times" und die Beratungsfirma Bain & Company der Nachrichtenagentur AFP, dass sie sich als Sponsoren zurückgezogen haben. Auch New Yorks demokratischer Bürgermeister Bill de Blasio hatte die geplante Gala scharf kritisiert und Bolsonaro als "gefährlichen Mann" bezeichnet.

Die brasilianisch-amerikanischen Handelskammer zeichnet jedes Jahr einen Brasilianer und einen US-Bürger mit dem Preis aus. An dem Gala-Dinner nehmen in der Regel prominente Gäste teil. Ein Ticket kostet 30.000 Dollar, die Veranstaltung war ausverkauft.

Bolsonaro ist seit Anfang des Jahres Präsident von Brasilien. Der Rechtspopulist fällt immer wieder mit rassistischen, frauenfeindlichen und homophoben Äußerungen auf. Er ist zudem ein erklärter Bewunderer der brasilianischen Militärdiktatur. Scharf kritisiert wird er auch für seine Umweltpolitik.

afp

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