„Wir brauchen jeden tauglichen Mann...“

US-Wahl 2020: Trumps „Armee der Wahlbeobachter“ bereitet Sorge - Ist sie der Schlüssel zum Sieg?

US-Präsident Donald Trump salutiert auf dem Balkon des Weißen Hauses.
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US-Präsident Donald Trump salutiert auf dem Balkon des Weißen Hauses. Ein erfahrener Wahlbeobachter sieht Trumps Gebahren vor der US-Wahl 2020 äußerst kritisch.

In den USA haben die Parteien das Recht, Wahlbeobachter in die Lokale zu senden. Doch in diesem Jahr könnte alles anders sein. Trump spricht von einer „Armee“.

  • Die USA wählen am 3. November 2020 - bei allen Wahlen sind registrierte Bürger dazu aufgerufen, die Vorgänge in den Wahllokalen zu beobachten.
  • Doch im Vorfeld der Wahl 2020 hatte US-Präsident Donald Trump* mit mehreren Aktionen für Beunruhigung gesorgt.
  • Hier finden Sie die aktuellen News zu den US-Wahlen 2020.

Washington (USA) - US-Bürger können sich als Wahlbeobachter engagieren. Das heißt, sie überwachen in den Wahllokalen, dass bei der Stimmabgabe alles reibungslos vonstatten geht. Bei der Auszählung der Stimmen überprüfen sie, dass alles korrekt abläuft. Bemerken sie etwas Verdächtiges, können sie die Wahlverantwortlichen informieren. Ihnen ist aber nicht erlaubt, Wähler direkt anzusprechen. Tausende Freiwillige tun das bei jeder Wahl in den USA*.

Doch in diesem Jahr könnte etwas anders werden, vermuten US-Experten. Denn Trump* scheint eine ganz eigene Strategie zu verfolgen, was die Wahlbeobachter betrifft.

US-Wahl 2020: Befürchtungen wegen Trumps Wahlbeobachtern - genährt durch Trump Jun.

Befürchtungen werden unter anderem durch Aussagen von Trumps Sohn genährt. Don Jr. sagte kürzlich in einem Online-Video: „Die radikale Linke legt die Grundlagen, um meinem Vater diese Wahl zu stehlen. Wir brauchen jeden tauglichen Mann und jede taugliche Frau für die Operation Wahlsicherheit der Armee für Trump.“

Es ist dieser Art der aggressiven Rhetorik - derer sich auch das Wahlkampfteam Trumps bedient hatte - die Beobachter aufhorchen lässt. Würden Trumps Beobachter zum Beispiel massiv Verstöße anmahnen, könnte das in letzter Konsequenz dazu führen, dass im Nachhinein langwierige juristische Auseinandersetzungen um die Wahl geführt werden müssen.

US-Wahl 2020: Trumps Armee von Wahlbeobachtern - auch Rechtsradikale darunter?

Es scheint sogar noch weiter zu gehen: Experten wollen weder ausschließen, dass bewaffnete rechtsradikale Truppen vor den Wahllokalen auftauchen könnten - noch, dass die „Armee Trumps“ Wähler bei der Stimmabgabe einschüchtern könnten. „Ich rufe meine Anhänger eindringlich auf, in die Wahllokale zu gehen und sehr genau hinzuschauen“, hatte der US-Präsident* etwa im September in seinem ersten TV-Duell mit Joe Biden* gesagt. Damit hat er praktisch all seine Wähler dazu aufgefordert, als inoffizielle Wahlbeobachter aufzutreten.

Der frühere FBI-Spionageabwehr-Chef Frank Figliuzzi sagte: „Die Schreckensvorstellung, dass gewalttätige und schwerbewaffnete Aktivisten auftauchen könnten, wird zu einer „sehr realen Möglichkeit“. Denn Anhänger der rechtsradikalen Proud Boys, der Boogaloo-Bewegung oder der Verschwörungstheorie QAnon würden bereits seit Längerem zu Demonstrationen vor den Wahlbüros aufrufen. Im Wahlkampf* hatte sich Trump mehrfach nicht deutlich von derartigen Gruppierungen distanziert. Andere Experten sehen diese Vorstellungen allerdings deutlich entspannter. Es habe schon immer Unterstützungsbekundungen auf beiden Seiten gegeben - Trumps „Armee“ sei lediglich als harmlose Drohkulisse zu werten. (dpa/kat) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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