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Kanzlerin Merkel spricht zu Biden-Sieg in den USA: „Das ist ein gemeinsamer Schatz“

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Von: Cindy Boden

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Kanzlerin Angela Merkel ist die transatlantische Freundschaft wichtig. Unter Präsidenten Biden könnte sich das Verhältnis wieder bessern. Am Montag äußert sie sich zur US-Wahl.

Update vom 9. November, 11.02 Uhr: Angela Merkel hat am Montagvormittag ein kurzes Statement zur US-Wahl abgegeben. Zu Beginn erinnerte sie jedoch an diesem 9. November an die Reichspogromnacht sowie den Mauerfall. Sie betonte besonders die große Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft für Deutschland, Europa und die Welt. Sie gratulierte Joe Biden „ganz herzlich“ zu seiner Wahl. Er bringe die Erfahrung aus Jahrzehnten in der Politik mit - „er kennt Deutschland und Europa gut“.

Merkel sagte weiter zu Joe Biden: „Ich erinnere mich gern an gute Gespräche mit ihm.“ Merkel freue sich aber auch, Kamala Harris, die gewählte Vize-Präsidenten, kennenzulernen. Sie sei ein Beispiel für die Möglichkeiten in Amerika.

Die deutsch-amerikanische Freundschaft habe sich bewährt: „Das ist ein gemeinsamer Schatz.“ Als verbündete in der NATO teile man Interessen. Aber: „Die Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland als Teil der EU müssen zusammenstehen“, um die Herausforderungen zu meisten. Merkel nennt etwa die Corona-Krise, den Terrorismus, die Klima-Krise und den freien Handel. „Wir wissen, dass wir mehr eigene Verantwortung übernehmen müssen“. Und: „Für unsere Überzeugungen in der Welt müssen wir eintreten.“ Aber Merkel sagt auch: „Wir Europäer haben uns längst auf den Weg gemacht.“

Merkel freue sich auf die Zusammenarbeit mit Joe Biden und Kamala Harris. Den amtierenden Präsidenten Donald Trump erwähnte Merkel nicht.

US-Wahl 2020: Kanzlerin Angela Merkel wartete mit Statements lange Zeit ab

Erstmeldung vom 9. November, 9.32 Uhr: Berlin/Washington, D.C. - Für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird der designierten US-Präsidenten Joe Biden (Demokraten) kein absolut neuer Gesprächs- und Regierungspartner sein: Nach acht Jahren an der Seite von Ex-Präsident Barack Obama (Demokraten) ist Biden bereits in Deutschland zu Gast gewesen.

Bis jedoch ein Ergebnis im diesjährigen US-Wahl-Krimi* feststand und die großen US-TV-Sender den Sieger Biden als „President-elect“ ausriefen, dauerte es vier Tage. In dieser Zeit blieb Merkel ruhig, äußerte sich mit keinem Wort zur Wahl. Ihr Sprecher Steffen Seibert, betonte immer wieder, man wolle das endgültige Ergebnis abwarten.

Die Bild schreibt, Merkel sei hinter den Kulissen jedoch immer wieder über den neuesten Stand informiert worden, etwa bei der Morgenbesprechung oder bei wichtigen Entwicklungen mit einer Nachricht aufs Handy. Mit Christoph Heusgen, UN-Botschafter in New York, habe sie einen engen Vertrauten in Amerika, den sie jederzeit kontaktieren kann.

Video: Joe Biden im Porträt - Auf den Versöhner wartet viel Arbeit

Am Montag um 10.45 Uhr will sich Angela Merkel* mit einem Statement zur US-Wahl äußern. Bisher hat der amtierende Präsident Donald Trump (Republikaner) das Wahlergebnis noch nicht öffentlich anerkannt. Stattdessen möchte er weiter mit mehreren Klagen gegen die Stimmauszählung vorgehen. Sein Wahlkampfteam und er haben jedoch noch keine stichhaltigen Beweise für weitgehenden oder gar systematischen Wahlbetrug vorgelegt. Experten glauben daher, dass er keinen großen Erfolg mit seinem juristischen Vorgehen haben wird.

Womöglich kommt es vereinzelt auch noch zu Neuauszählungen der Stimmen, doch auch diese dürften das Endergebnis nicht mehr entscheidend verändern, da Biden deutlich mehr Wahlleute für sich gewinnen kann als Trump. Laut CNN steht es aktuell 279 Wahlleute für Biden zu 214 Wahlleute für Trump, wobei in vier Staaten weiterhin noch kein Gewinner bekannt gegeben wurde, darunter Georgia und Arizona, wo weiterhin noch Joe Biden führt.

Angela Merkel zur US-Wahl 2020: „Ich freue mich auf die künftige Zusammenarbeit“

Angela Merkel gratulierte dem Gewinner am Samstag über die Sozialen Netzwerke. „Ich wünsche ihm von Herzen Glück und Erfolg und gratuliere ebenso Kamala Harris*, der gewählten ersten Vizepräsidentin ihres Landes.“

Merkel weiter: „Ich freue mich auf die künftige Zusammenarbeit mit Präsidenten Biden.“ Sie betonte außerdem die Bedeutung der transatlantischen Freundschaft für die aktuellen Herausforderungen. Experten gehen davon aus, dass sich zukünftig unter Biden vor allem etwas im Ton der Beziehung verändern wird. Jedoch bleibt abzuwarten, welchen Druck Joe Biden* beispielsweise auf die EU und Deutschland ausüben wird, wenn es um Handelsfragen mit China oder das Nord-Stream 2 Projekt mit Russland geht. (cibo) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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