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UN-Klimakonferenz: Das bringt die zweite, entscheidende Woche in Glasgow

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Von: Kathrin Reikowski

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Barack Obama vor einer grünen Weltkugel, gestikuliert und spricht
Barack Obama, ehemaliger US-Präsident, bei einer Rede am Rande des COP26. ©  Jane Barlow/PA Wire/dpa/dpa-Bildfunk

Jetzt geht´s um Geld: Die UN-Klimakonferenz in Glasgow startet in die zweite, entscheidende Woche. Die Bundesregierung macht eine Zusage an ärmere Länder.

Glasgow - Wie geht die Welt damit um, dass der Klimawandel unterschiedliche Regionen unterschiedlich hart trifft? Diese Frage steht am Montag auf der Agenda der Klimakonferenz* in Glasgow, die sich für ihre zweite Woche vor allem das Thema Geld vorgenommen hat.

Zu den insgesamt etwa 30.000 Delegierten reisten am Montag zahlreiche Regierungschefs und Minister an, um den Verhandlungen weiteren Schwung zu geben. Am Wochenende hatten Tausende Demonstranten ihre Enttäuschung über den bisherigen Verlauf zum Ausdruck gebracht. Und auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg sprach von einer „zweiwöchigen Feier des Blablabla“.*

UN-Klimakonferenz in Glasgow: Vom Klimawandel betroffene Länder fordern Ausgleich durch Industrienationen

VomKlimawandel stark betroffene Staaten, vor allem in Afrika, dürften mit drastischen Wirtschaftseinbrüchen zu rechnen haben. Das legt eine Studie mit Beteiligung der Berliner Humboldt Universität nahe. Bis zum Jahr 2100 drohe den 65 untersuchten ärmeren Ländern ein Einbruch um bis zu 63,9 Prozent, wenn die Temperatur um 2,9 Grad steigt. Dies wird derzeit erwartet. Steigen die Temperaturen nur um die anvisierten 1,5 Grad, läge der wirtschaftliche Schaden in den Ländern immer noch bei 33,1 Prozent. UN-Generalsekretär António Guterres kritisierte, für den Klimawandel besonders anfällige arme Staaten seien „die ersten, die leiden, und die letzten, die Hilfe bekommen.“

Das deutsche Bundesumweltministerium* hat unterdessen zugesichert, dass die Unterstützung für den internationalen Anpassungsfonds um 50 Millionen Euro aufgestockt wird, auf 440 Millionen Euro. „Der Klimawandel ist eine solche Realität geworden, dass Klimaanpassungsmaßnahmen unabdingbar sind“, sagte Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth. „Wenn einem das Wasser bis an den Füßen steht, wenn man Ernteverluste zu beklagen hat, wenn es Stürme gibt und Dürren, dann muss man dringlichst vor diesen Auswirkungen geschützt werden“. Daher sei „über die Jahre das Thema Anpassung immer wichtiger geworden“.

UN-Klimakonferenz in Glasgow: Obama lobt Rolle der Inselstaaten

„Wir müssen nun handeln, um zu verhindern, dass der Klimawandel immer mehr Menschen in die Armut stürzt“, sagte die britische Handelsministerin Anne-Marie Trevelyan, die am Montag in Glasgow die Gespräche über entsprechende finanzielle Zusagen
leiten sollte. Überschattet wurde der Gipfel zudem von negativen Nachrichten aus Australien: Ressourcenminister Keith Pitt sagte dem Fernsehsender ABC, sein Land werde noch jahrzehntelang klimaschädliche Kohle fördern.

Im Video: Thunberg kritisiert COP 26

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hielt am Montag eine Rede am Rande der COP26. Er hob hervor, dass Länder, die jetzt schon unter dem Klimawandel leiden, früh auf das Problem aufmerksam gemacht hätten und wichtige Steine ins Rollen gebracht hätten. Er sagte aber auch: „Wir haben nicht genug getan.“ Der auf Hawaii geborene Obama bezeichnet sich selbst als „Inselkind“. Strittige Themen sind in der zweiten Woche - neben den Finanzen - auch der Handel mit CO2.-Zertifikaten sowie die Überprüfung der Einhaltung der national Klimaziele. (dpa/afp/kat) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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