Umfragetief der Union: Nachwuchs gibt FDP Mitschuld

Berlin - Die Union bei 29 Prozent: Wer ist Schuld an diesem beispiellosen Abstieg? Der Nachwuchs von CDU/CSU sieht im Koalitionspartner FDP einen Mitschuldigen am Debakel.

Marco Wanderwitz, Chef der Jungen Gruppe der CDU/CSU-Fraktion, kritisierte, dass Abmachungen wie die Rentengarantie wieder infrage gestellt würden. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hatte gefordert, die Schutzklausel gegen Rentenkürzungen abzuschaffen.

 “Was man einmal vereinbart hat, das muss dann gelten“, sagte Wanderwitz in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. “Das sind für mich geklärte, abgeschlossene Felder, von denen man tunlichst die Finger lassen sollte.“ Der Beschluss der großen Koalition sei von Schwarz-Gelb in den Koalitionsverhandlungen bestätigt worden.

Kritik an Attacken aus der CSU

Der CDU-Bundestagsabgeordnete kritisierte auch Attacken aus der CSU gegen die FDP in den vergangenen Monaten. “Da gab es eine ganze Menge, was auch aus Unionskreisen kam, nicht hilfreich war und eine Provokation der FDP war“, sagte Wanderwitz.

Das Hauptproblem des Stimmungstiefs der Koalition sei allerdings eine mangelnde Erklärung von Erfolgen. “Primär liegt es daran, dass wir in Deutschland momentan wirtschaftlich in Krisenzeiten das erfolgreichste Land Europas sind und es uns schlicht nicht gelingt, das zu kommunizieren.“ Die schlechten Umfragewerte der Union gehen nach seiner Ansicht nicht auf das Konto von Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel. “Ich sehe da wenig Möglichkeiten, wie man's besser machen könnte“, sagte Wanderwitz. Von mangelnder Führung könne keine Rede sein. Merkel führe “in den wichtigen Punkten zweifellos“.

Genug "exponiert Konservative"

Die Kritik von Josef Schlarmann, dem Chef des Unions- Wirtschaftsflügels, an einem mangelnden konservativen Parteiprofil wies er zurück. “Die konservative Wurzel ist natürlich eine der Wurzeln der Union, eine wichtige, aber eben nur eine“, sagte Wanderwitz. Eine personelle Schwächung der Partei sieht er wegen des Rückzugs von Roland Koch und anderen nicht. “Es gibt noch genug exponiert Konservative.“

Rubriklistenbild: © dpa

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