Umfrage: Bundesregierung im Sinkflug

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Keine guten Nachrichten für Guido Westerwelle und Angela Merkel: Die Umfragewerte der Großen Koalition sinken.

Köln - Die schwarz-gelbe Koalition bekommt die Debatten um Außenminister Guido Westerwelle und den Koalitionsknatsch in Umfragen immer deutlicher zu spüren.

Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen Union und FDP zusammen nur noch auf 43 Prozent und lägen damit gerade noch einen Punkt vor SPD und Grünen, die zusammen mit der Linken eine deutliche Mehrheit stellen könnten. Mit Westerwelles Arbeit sind laut ARD-Deutschland-Trend 73 Prozent der Wähler unzufrieden, aber auch Kanzlerin Angela Merkel verliert an Zustimmung. Für die FDP würden sich nach diesen Zahlen momentan nur noch acht Prozent der Wähler entscheiden, zwei Punkte weniger als zwei Wochen zuvor und mehr als sechs Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl. Die Union sinkt gegenüber der letzten Umfrage um einen Punkt auf 35 Prozent. Dagegen kann sich die SPD um drei Punkte auf 28 Prozent verbessern, die Grünen liegen unverändert bei 14 Prozent. Die Zustimmung zur Linken sank um einen Punkt auf 10 Prozent.

Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite

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Außenminister Westerwelle bildet das Schlusslicht bei der Frage nach der Zufriedenheit mit der Arbeit von Politikern: Mit seiner Arbeit sind nur noch 23 Prozent der Befragten zufrieden, zwei Punkte weniger als bei der letzten Befragung vor 14 Tagen. Allerdings müssen auch die meisten anderen Politiker Einbußen hinnehmen, am stärksten trifft das Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der um 14 Punkte auf 55 Prozent Zufriedenheit abstürzt und nur noch auf Platz drei landet.

Merkel muss sieben Punkte abgeben

Auch Kanzlerin Angela Merkel muss sieben Punkte abgeben und kommt ebenfalls auf eine Zufriedenheit von 55 Prozent. Auf Platz eins liegt nun Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, mit der 56 Prozent der Wähler zufrieden sind - immerhin auch zwei Punkte weniger als zuvor. Mit jetzt noch 48 Prozent ist die Mehrheit der Wähler weniger zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung. 28 Prozent sind gar nicht zufrieden, dieses Lager wuchs um vier Punkte. Der Anteil der zufriedenen Wähler sank um drei Punkte auf 23 Prozent, sehr zufrieden ist überhaupt niemand. Auch die Arbeit der Kanzlerin wird schlechter bewertet: Nur noch 67 Prozent halten sie für eine gute Regierungschefin, das sind sieben Punkte weniger als zuvor, 29 Prozent sagen dagegen, sie sei keine gute Kanzlerin.

Mehrheit für Atomausstieg

Bei der von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) angestoßenen Debatte um den Atomausstieg zeigt sich ein klares Bild: Die Zahl der Ausstiegsbefürworter stieg um drei Punkte auf 65 Prozent, die der Gegner sank um einen Punkt auf 33 Prozent. Eine Mehrheit gegen den Ausstieg gibt es lediglich bei den FDP-Anhängern, die diesen zu 54 Prozent ablehnen. Aber schon bei den Unionsanhängern sind die Meinungen klar geteilt: Jeweils 49 Prozent sind für oder gegen den Ausstieg. Bei den anderen Parteien dominieren klar die Ausstiegsbefürworter. Die FDP kann auch bei ihrem Kernthema Steuersenkungen nur wenig Wähler um sich scharen: Bei finanziellen Spielräumen im Bundeshaushalt im Jahr 2012 würden nur 12 Prozent diese nutzen wollen, um die Steuern zu senken. Für den ARD-Deutschlandtrend befragte Infratest Dimap am 29. und 30. März 1.500 Wahlberechtigte. Der Bonner Parteienforscher und Merkel-Biograf Gerd Langguth erklärte die schlechten Umfragewerte der Kanzlerin damit, dass sie den Menschen nicht vermittelt habe, wofür die christlich-liberale Koalition stehe. “Der Regierung fehlt ein geistiger Überbau, eine politisch-philosophische Dimension ihrer Politik“, sagte Langguth Handelsblatt Online.

dapd

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