Schüsse aus dem Hinterhalt

Ukraine: „Kriegerisches“ Attentat auf engsten Berater von Staatschef Selenskyi

Einschusslöcher zeugen vom Attentat auf Sergej Schefir, Berater des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyi.
+
Einschusslöcher zeugen vom Attentat auf Sergej Schefir, Berater des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyi.

Ein Kugelhagel trifft das Fahrzeug des engsten Beraters von Staatschef Wolodymyr Selenskyi. Der oder die Täter sind auf der Flucht.

Update, 13.05 Uhr: Noch ist nichts bekannt über die Hintergründe des Attentats auf Sergej Schefir. Doch die Regierung der Ukraine hat bereits Vermutungen. Mykhailo Podolyak, Berater des Stabschefs von Wolodymyr Selenskyi nannte den Mordversuch einen „kriegerischen Widerstand“ gegen die Politik der neuen Regierung. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax.

Laut Podolyak versuchten „politische und finanzielle Gruppen, die unseren Gegnern im Ausland dienen“, die Reformprozesse der Regierung von Selenskyi zu torpedieren.

Erstmeldung von 12.37 Uhr: Kiew – Unbekannte haben in der Ukraine einen Mordanschlag auf den engsten Berater von Staatschef Wolodymyr Selenskyj verübt. Laut Angaben der Nachrichtenagentur AFP wurde das Auto von Sergej Schefir nahe dem Ort Lesniki beschossen. Das teilte auch ein Berater des ukrainischen Innenministers Anton Geraschtschenko mit.

Die Schüsse wurden ersten Erkenntnissen zufolge von automatischen Waffen aus abgegeben. Der Fahrer des Wagens wurde schwer verletzt. Sergej Schefir sei allerdings wohlauf, sagte ein Abgeordneter von Selenskyjs Partei „Diener des Volkes“ der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Der Angriff erfolgte aus dem Hinterhalt. Mindestens zehn Schüsse wurden auf das Fahrzeug abgegeben.

Ukraine: Attentat auf Berater von Wolodymyr Selenskyj – Suche nach Tätern läuft

Der oder die Schützen befinden sich noch auf freiem Fuß. Ein Sondereinsatzkommando wurde beauftragt, die gesuchten Personen ausfindig zu machen. Die Staatsanwaltschaft der Ukraine leitete Ermittlungen wegen versuchten Mordes ein. „Das ist sehr ernst“, sagte der stellvertretende Innenminister Anton Gerashchenko in einem Interview gegenüber der New York Times.

Sergej Schefir ist 57 Jahre alt und stammt, wie auch Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj, aus der ukrainischen Industriestadt Krywy Rig. Beide sind auch heute noch eng befreundet und Nachbarn in Kiew. Im Jahr 2003 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder und Selenskyi die Fernsehproduktionsfirma Kvartal 95. Dort gehörte zu den Aufgaben Schefirs unter anderem die Produktion der Fernsehserie „Diener des Volkes“, in der der spätere Staatschef einen Lehrer spielte, der unverhofft zum Präsidenten wird.

In den vergangenen Jahren kam es in der Ukraine immer wieder zu Attentaten auf Politiker und Journalisten. Staatschef Wolodymyr Selenskyj hält sich derzeit in New York auf, wo er an der Vollversammlung der Vereinten Nationen* teilnimmt. Dort wird erwartet, dass Selenskyi sich gegen die militärische Intervention Russlands in der Ost-Ukraine* aussprechen wird. (dil/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare