Deutsche Blockade

EU-Beitritt: Türkei hat "andere Optionen"

Berlin - Die Türkei will eine deutsche Blockade der Beitrittsgespräche mit der Europäischen Union nicht einfach hinnehmen. „Wir arbeiten an einer Antwort.“

Das sagte Europaminister Egemen Bagis der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ, Montag). „Nur so viel: Die Türkei hat auch noch andere Optionen.“ EU und die Türkei brauchten sich gegenseitig, sagte Bagis. „Es ist nicht fair, die Eröffnung des neuen Verhandlungskapitels, das vor allem ein technisches ist, wegen politischer Zwänge zu blockieren.“

Am Donnerstag hatte eine Äußerung von Bagis zu deutsch-türkischer Verstimmung geführt, die in der wechselseitigen Einbestellung der Botschafter gipfelte. Bagis hatte gesagt: „Wenn Frau Merkel sich anschaut, was (der frühere französische Präsident Nicolas) Sarkozy erlebt hat, und nochmals überdenkt, wie es den Leuten ergeht, die gegen die Türkei sind, wird sie sehen, dass deren Ende nicht immer gut ist.“ Das war in Berlin als Drohung aufgefasst worden.

Bagis bekräftigte im SZ-Gespräch, er sei „komplett falsch verstanden“ worden. „Ich habe Kanzlerin Merkel nicht gedroht. Ich war nur traurig zu hören, dass Deutschland die Blockade des nächsten Verhandlungskapitels betreibt, obwohl wir alle geforderten Voraussetzungen erfüllen“, sagte er.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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