„Bürgerkrieg“ im Sinn ? FBI schlägt zu

Komplott vereitelt? „Gewalttätige Extremisten“ wollten US-Gouverneurin kidnappen - Trump-Berater macht ihr Vorwürfe

Gretchen Whitmer, Gouverneurin von Michigan, spricht zu Journalisten.
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Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer

Sie planten eine US-Gouverneurin zu entführen und einen Bürgerkrieg anzuzetteln. 13 Männer wurden nun festgenommen. Trump reagiert auf Twitter.

  • Extremisten sollen versucht haben, das Kapitol in Michigan zu stürmen und die Gouverneurin zu entführen.
  • Das FBI hat den Plan vereitelt und 13 Personen festgenommen.
  • Donald Trump sagt, die Gouverneurin habe einen „schrecklichen Job“ gemacht.

Washington - Im US-Bundesstaat Michigan wäre es beinah zu einem Komplott gegen die Regierung gekommen: Das FBI wirft sechs Männern vor, seit einigen Monaten über die Entführung der US-Gouverneurin Gretchen Whitmer (Demokraten) diskutiert zu haben. Das geht aus einem veröffentlichten Gerichtsdokument hervor. Gegen die Männer wurde auf Bundesebene Strafanzeige gestellt.

Mindestens seit diesem Sommer sollen die Gespräche gelaufen sein. Geplant gewesen sei ein Anschlag noch vor der US-Wahl 2020. Im August und September soll die Gruppe das Ferienhaus der Gouverneurin beschattet haben. Auch von Waffentraining und dem Willen, Sprengstoff zu kaufen, ist die Rede.

Der Plan: Das Kapitol mit 200 Mann stürmen und Geiseln nehmen

Informanten, verdeckte Ermittler und geheime Aufnahmen hätten die Gespräche aufgedeckt, sagte Staatsanwalt Andrew Birge. Die Verdächtigen seien „gewalttätige Extremisten“, denen im Fall einer Verurteilung lebenslange Haftstrafen drohen.

Bereits Anfang des Jahres habe das FBI Diskussionen in sozialen Netzwerken mitbekommen, in denen es um einen „gewaltsamen Sturz bestimmter Regierungs- und Strafverfolgungskomponenten“ gegangen sei. Zur Unterstützung habe einer der Verdächtigen eine in Michigan ansässige „Miliz“ angesprochen.

In einem Telefonat Mitte Juni soll ebenfalls ein Verdächtiger gesagt haben, 200 Mann zu benötigen, um das Kapitol in der Hauptstadt Lansing zu stürmen und Geiseln zu nehmen - auch Gouverneurin Whitmer, die wegen „Verrats“ vor Gericht gestellt werden solle. Whitmer habe „unkontrollierte Macht“.

Weitere Gruppe will Bürgerkrieg anzetteln - schon früher Demonstrationen vor dem Kapitol

Außerdem wurde gegen sieben Männer auf Ebene des Bundesstaats Strafanzeige gestellt. Laut Michigans Justizministerin Dana Nessel sollen sie Verbindung zur sogenannten Miliz „Wolverine Watchmen“ haben. Ihnen wird der Versuch vorgeworfen, Adressen von Polizeibeamten herauszufinden, um sie anzugreifen und einen Bürgerkrieg zu starten. Sie seien in die Planung und das Training für den Angriff auf das Kapitol von Michigan involviert gewesen.

Dass die Wahl auf die demokratische Gouverneurin Whitmer fiel, scheint kein Zufall zu sein. Sie gilt als aufstrebender Stern bei den Demokraten* und als Hassfigur für Rechte. US-Präsident Donald Trump wettert immer wieder gegen sie, da sie vor allem rund um das Coronavirus sehr zügig Entscheidungen gefällt hat. Bereits vor einiger Zeit warfen ihr Demonstranten vor dem Kapitol „Tyrannei“ vor. Bei einem Protest am 1. Mai stürmten bewaffnete Demonstranten sogar das Gebäude.

„Ich wusste, dass dieser Job hart werden würde“, sagte Whitmer am Donnerstag. „Aber um ehrlich zu sein, etwas Derartiges hätte ich mir niemals vorstellen können." Präsident Trump habe in der Corona-Krise Misstrauen geschürt und Wut angefacht.

Whitmer suggerierte, dass sich mutmaßliche Extremisten wie die Beschuldigten von US-Präsident Donald Trump motiviert fühlen könnten. Dieser hatte sich im ersten TV-Duell gegen seinen Herausforderer Joe Biden nicht klar von extremistischen Gruppierungen distanziert. Erst nachdem der Druck stieg, verurteilte er die Ideologie der Vorherrschaft von Weißen. „Wenn unsere Anführer sprechen, haben ihre Worte Bedeutung, sie haben Gewicht“, sagte sie am Donnerstag kurz nach der Festnahme der Männer.

Trump beschwerte sich auch auf Twitter. Whitmer habe einen „schrecklichen Job“ gemacht und „ihren gesamten Staat für jeden zugesperrt“. Sie solle sich eher dafür bedanken, dass Sicherheitskräfte die Entführung vereitelt hätten. Er verurteile „jegliche extreme Gewalt“. Trumps Berater Jason Miller wies Whitmers Vorwürfe zurück. „Wenn wir über Hass sprechen wollen, dann schauen Sie, Gouverneurin Whitmer, in den Spiegel.“ Sie wache jeden Tag mit „Hass in ihrem Herzen“ für Präsident Trump auf. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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