Griechenland-Rettung: Trichet ist zuversichtlich

+
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.

München - Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, rechnet fest mit einem Erfolg der Anstrengungen, Griechenland vor einer Staatspleite zu bewahren.

Lesen Sie auch:

Griechenland-Gesetz: SPD und Grüne fordern Eilverfahren 

Er sei bei den Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung, der Europäischen Kommission, der EZB und dem Internationalen Währungsfonds zuversichtlich, sagte Trichet am Donnerstag auf einer Wirtschaftskonferenz in München. Nötig sei ein mutiges, umfassendes und überzeugendes Mehr-Jahres-Programm. Einen konkreten Kommentar zum Stand der Gespräche gab er nicht. Mit Blick auf die Debatte in Deutschland über die Griechenland-Hilfe sagte Trichet, er hoffe auf ein rasches parlamentarisches Verfahren.

EZB-Präsident fordert stärkere Überwachung 

Trichet hat angesichts der Griechenlandkrise eine stärkere gegenseitige Überwachung der Euroländer und striktere Umsetzung des Stabilitätspaktes gefordert. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt müsse erneuert werden, sagte Trichet am Donnerstag beim “Munich Economic Summit“. Dabei zähle er auf Deutschland.

Die Krise habe Schwächen aufgedeckt. Europa habe auf die Finanzkrise schnell reagiert. Man werde nun weiterhin weises, vernünftiges, schnelles und entschiedenes Handeln aller Länder brauchen.

Die Effektivität der gegenseitigen Überwachung der Finanz- und Wirtschaftpolitik müsse verbessert, die Schwächen der Vergangenheit müssten korrigiert und der Stabilitätspakt nach seinen Buchstaben und nach seinem Geiste rigoros angewandt werden, sagte Trichet.

Zunächst benötige Griechenland ein starkes und glaubwürdiges Programm. Zweitens sei Unterstützung nötig, die es verhindere, dass sich finanzielle Risiken für die Eurozone als Ganzes verwirklichten. Drittens brauche es in der Währungsunion einen riesigen Schritt vorwärts im eigenen System aus Überwachung, gegenseitigem Druck und der Anpassung der Richtlinien.

Gerade was den dritten Schritt angehe, zähle er sehr auf Deutschland, sagte Trichet. In den Stabilitätspakt müsste auch ein Überwachungssystem für die nationale Wettbewerbspolitik einbezogen werden. Er hoffe, dass Deutschland sich dafür engagieren werde, so dass als Resultat der aktuellen Krise die Basis der Währungsunion gestärkt werde.

Deutliche Worte für Griechenland

Griechenland warf Trichet finanzpolitische Verantwortungslosigkeit und Unachtsamkeit in Bezug auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit vor. Diese hätten die griechische Wirtschaft anfällig gemacht.

dpa/dapd

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare