Tatverdächtige Amerikanerin reist ab

Wirbel um tödlichen SUV-Unfall: US-Diplomaten-Gattin in die Heimat geflohen?

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Nachrichtensendung: Ein Unfall mit Todesfolge erhitzt in Großbritannien die Gemüter.

Ein Crash mit Todesfolge erzeugt Spannungen zwischen Großbritannien und den USA: Hat die Gattin eines US-Diplomaten ein Opfer auf dem Gewissen? Die Tatverdächtige ist nicht zu erreichen.

London/Washington - Aufgrund eines tödlichen Unfalls in Großbritannien hat Premierminister Boris Johnson die USA aufgefordert, die Immunität einer US-Diplomatengattin aufzuheben. Er sei bereit, das Problem "persönlich beim Weißen Haus anzusprechen", sagte Johnson am Montag. Er wolle erreichen, dass sich die 42-Jährige der britischen Justiz stelle.

Die Frau, die inzwischen in die USA zurückgekehrt ist, wird verdächtigt, an dem Unfall Ende August beteiligt gewesen zu sein. Der 19-jährige Motorradfahrer Harry Dunn war bei dem Frontalzusammenstoß mit einem SUV nahe einer Militärbasis in Northamptonshire getötet worden.

Diplomaten-Gattin flüchtet nach Unfall: Wird die Immunität aufgehoben? 

Er halte es für falsch, die "diplomatische Immunität für diesen Zweck zu nutzen", sagte Boris Johnson, der um seinen Posten als Staatschef bangen muss, mit Blick auf die Ausreise der Verdächtigen. Nach Angaben der Polizei hatte die verdächtige US-Diplomatengattin vor ihrer Abreise erklärt, dass sie nicht vorhabe, Großbritannien in naher Zukunft zu verlassen.

In einem emotionalen Video hat mittlerweile die Mutter des Verstorbenen einen Appell an die tatverdächtige Diplomaten-Gattin gerichtet, dass diese sich zurück nach Großbritannien begeben solle und sich ihrer Schuld stellen:

Die US-Botschaft in London hatte am Sonntag betont, dass diplomatische Immunität "selten aufgehoben" werde. Der vorliegende Fall werde auf höchster Ebene sorgfältig geprüft.

Der britische Außenminister Dominic Raab erörterte das Thema bereits mit dem US-Botschafter in Großbritannien, Woody Johnson. Auch in einem Telefonat mit US-Außenminister Mike Pompeo am Montagabend wollte Raab den Fall nach Angaben von Regierungsvertretern ansprechen.

Auch in Deutschland sind Zwischenfälle mit Diplomaten-Fahrzeugen keine Seltenheit: Ein von einem saudischen Diplomaten verursachter Unfall, bei dem ein Radfahrer ums Leben kam, hatte 2017 politische Konsequenzen.

AFP mit PF

In Halle gab es eine Schießerei in der Innenstadt, die Polizei bestätigt mehrere Todesopfer.

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