Auch Angela Merkel kämpft für Julia Timoschenko

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Auf ihrem Deutschland-Besuch hat Timoschenko-Tochter Jewgenija um Unterstützung für die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin geworben.

Berlin - Angela Merkel hat sich bei einem Wahlkampfauftritt für die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko eingesetzt. Deren Tochter empfing sie nicht.

“Wir wollen, dass Julia Timoschenko die notwendige medizinische Versorgung bekommt“, sagte die CDU-Politikerin am Montagabend im nordrhein-westfälischen Paderborn vor 4000 Menschen. Deswegen habe der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament, Elmar Brok, die Tochter der in der Ukraine inhaftierten Oppositionspolitikerin, Jewgenija Timoschenko, an diesem Abend eingeladen.

Lange Haftstrafe: Julia Timoschenko im Porträt

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Vor Merkels Auftritt war Jewgenija Timoschenko überraschend an der Seite des Westfalen auf dem Paderborner Domplatz erschienen, musste aber bereits vor Merkels Auftritt mit dem Zug nach Berlin aufbrechen. “Dort hat sie am Abend einen Termin mit Ärzten in der Charité“, sagte Brok. Dem Bielefelder CDU-Europaabgeordneten zufolge sprach er mit Jewgenija Timoschenko über die Chancen einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, über Gerichtstermine in der Ukraine und den politischen Umgang mit der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine.

Zuvor war Jewgenija Timoschenko zu einem Gespräch mit Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in Berlin zusammengetroffen. Das verlautete aus FDP-Kreisen in Berlin. Begegnungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) kamen hingegen nicht zustande. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, Merkel und Timoschenko hätten sich bereits im vergangenen Herbst kurz getroffen. Zudem halte sich die Kanzlerin über alle Entwicklungen in der Ukraine auf dem Laufenden.

Arzt der Berliner Charité reist zu Timoschenko

Ein Arzt der Berliner Charité wird am Dienstag die inhaftierte ukrainische Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko besuchen. In einer Presseerklärung teilte die Gefängnisleitung der Strafkolonie 54 in der Stadt Charkiw am Montag mit, dass Timoschenko vor der Ankunft des Arztes untersucht worden und ihre Gesundheit zufriedenstellend sei.

Die 51-Jährige befindet sich seit dem 20. April im Hungerstreik und leidet laut einem Gutachten der Charité-Professoren Karl Max Einhäupl und Norbert Haas unter anderem an einem Bandscheibenvorfall.

dapd

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