Talabani fordert Neuauszählung der Stimmen

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Der irakische Staatspräsident Dschalal Talabani.

Bagdad - Der irakische Staatspräsident Dschalal Talabani hat eine sofortige Neuauszählung der bei der Parlamentswahl am 7. März abgegebenen Stimmen verlangt.

Er reagierte damit auf Vorwürfe von Unregelmäßigkeiten und Betrug in dem Auszählungsprozess. Mit der Neuauszählung solle jeder Zweifel und jedes Missverständnis ausgeschlossen werden, hieß es in einer am Sonntag auf der Webseite Talabanis veröffentlichten Erklärung.

Auch die Allianz für einen Rechtsstaat von Ministerpräsident Nuri al-Maliki unterstützt die Forderung nach einer Neuauszählung. In einer am Samstagabend veröffentlichten Erklärung des Bündnisses hieß es, diese sollte schnell erfolgen, “um das demokratische Experiment und die Glaubwürdigkeit von Wahlen zu schützen.“

Eine Sprecherin der knapp führenden Irakija-Allianz von Exregierungschef Ajad Allawi betonte aber, weder Talabani noch Al-Maliki hätten die Vollmacht, eine Neuauszählung anzuordnen. Majsun al Damludschi forderte Al-Maliki auf, seinen Einfluss nicht zur Veränderung des Wahlergebnisses auszunutzen.

Internationale Beobachter haben Wahl und Auszählung als fair eingestuft. Die Forderung nach Neuauszählung kam, nachdem mehr als 90 Prozent der Stimmen ausgezählt waren. Bei diesem Stand führte die säkulare Irikija von Exregierungschef Ajad Allawi landesweit knapp vor Al-Malikis schiitischer Allianz - mit einem Vorsprung von 7.990 Stimmen. Al-Malikis Bündnis hat allerdings sieben der 18 Provinzen des Landes gewonnen, Irakija fünf.

Die Mandate im Bagdader Parlament werden nach Provinzen vergeben. Von den 325 Abgeordneten wird der neue Regierungschef gewählt.

dpa

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