“Aufstehen“-Bewegung

ARD-Moderatorin bringt Wagenknecht in Bedrängnis - die klagt über „völligen Unsinn“

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In den ARD-“Tagesthemen“ unter kritischer Beobachtung: Sahra Wagenknecht (r.) mit Moderatorin Caren Miosga.

Sahra Wagenknecht hat bislang von einem Auftritt in Chemnitz abgesehen. ARD-Moderatorin Caren Miosga reagiert verwundert und hinterfragt die Haltung der „Aufstehen“-Bewegung.

Berlin/Chemnitz - Am Dienstag hat Sahra Wagenknecht ihre umstrittene Sammelbewegung „Aufstehen“ auf der Bundespressekonferenz vorgestellt. Laut Aussage ihrer Begründer will die Bewegung das Vertrauen der Bevölkerung in politische Entscheidungsträger zurückgewinnen. Innerhalb kürzester Zeit hat die Initiative deutschlandweit über 100.000 Unterstützer angesammelt.

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Im sächsischen Chemnitz steht die Demokratie seit mehr als einer Woche auf dem Prüfstand (aktuelle Informationen in unserem News-Ticker). Wagenknecht und führende Aktivisten der Bewegung fehlten bei Kundgebungen gegen rechte Hetze allerdings. Das verwundert auch Caren Miosga.

„Tagesthemen“: ARD-Moderatorin bringt Wagenknecht in Bedrängnis

„Warum haben Sie es in der vergangenen Woche nicht vermocht, mit dieser wachsenden Bewegung gegen Gewalt von rechts in Chemnitz aufzustehen?”, konfrontierte die ARD-Moderatorin Wagenknecht in der „Tagesthemen“-Sendung vom Montagabend. 

Kritiker der Sammelbewegung hatten zuletzt bemängelt, dass die Initiative sich nicht klar genug von rechten Tendenzen abgrenze. „Diejenigen, die „Aufstehen“ initiiert haben, standen in Chemnitz leider nicht auf der Straße, deswegen ist das nicht mein Bündnis“, hatte etwa Grünen-Chefin Annalena Baerbock verlauten lassen.

Wagenknecht reagierte auf die Frage der ARD-Moderatorin sichtlich verstimmt. Miosgas Vorwurf bezeichnete sie als „bösartige Unterstellung“. Aktivisten der Sammelbewegung seien selbstverständlich in Chemnitz gewesen, einige seien der Linken-Politikerin auch namentlich bekannt. 

Miosga gibt sich mit dieser Replik nicht zufrieden und hakt nach, warum Wagenknecht sich nicht persönlich an den Kundgebungen beteiligt habe. „Man kann nicht überall sein, ich hatte leider am Wochenende Termine, die mich daran gehindert haben, dort zu sein“, versuchte die Linken-Politikerin die aus ihrer Sicht „alberne Diskussion“ abzuwürgen.

„Aufstehen“: Wagenknecht will keine „Hardcore-Nazis“

Dass so viele Menschen in Chemnitz auf die Straße gehen, zeige vielmehr sinnbildlich die Versäumnisse der etablierten Parteien. „Die Politik hat über die Menschen hinwegregiert“, kritisierte Wagenknecht. Man wolle nun den Teil der Bürger zurückgewinnen, der sich abgehängt fühlt.

Miosga merkte an, ob man dies nicht auch mit einer deutlicheren Abgrenzung von der AfD tun könne. Deren Parteichef Alexander Gauland hatte zuletzt diverse thematische Übereinstimmungen mit „Aufstehen“ gerühmt. Die Frage, ob die AfD der natürliche Partner der Sammelbewegung sei, bezeichnete Wagenknecht als „völligen Unsinn“.

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„Ich möchte die AfD schwächen, indem ich sage, was die Menschen wirklich umtreibt“, sagte die 49-Jährige. Dazu müsse man auch für den Teil der Wähler, der aus Verzweiflung zur Gauland-Partei abgewandert ist, die Türe offen halten. „Die Hardcore-Nazis mit den Hitler-Grüßen“ sollen sich in ihrer Bewegung allerdings nicht wiederfinden, stellte Wagenknecht klar.

lks

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