Stoiber regt Atom-Plebiszit an

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CSU-Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber

München - Der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber hat sich dafür ausgesprochen, die Bevölkerung an den Entscheidungen über den Atom-Ausstieg zu beteiligen.

Die Politik müsse die Frage "Was kommt nach dem Ausstieg, was nehmen wir dafür in Kauf?" mit der Bevölkerung diskutieren, sagte Stoiber dem Münchner Merkur (Samstag). "Ich plädiere dafür, hier verstärkt auf plebiszitäre Elemente zu setzen – damit am Ende alle das Konzept mittragen.“

Der frühere bayerische Ministerpräsident erklärte zudem, die CSU müsse „alles dafür tun, dass die regenerativen Energien schneller als bisher geplant die Kernenergie ersetzen können“. Zugleich verwies er aber auf mögliche Begleiterscheinungen. „Bei der Frage, wie schnell man aus der Kernenergie aussteigt, muss man aber auch den Strompreis im Auge haben“, sagte Stoiber. Günstige Energie sei sowohl wegen der sozialen Gerechtigkeit als auch aus wirtschaftlichen Gründen unverzichtbar. „Wir müssen darauf achten, dass der Standort Bayern im Vergleich mit Ländern, die länger an der Kernkraft festhalten, nicht an Attraktivität verliert“, betonte der frühere CSU-Chef. Zudem müsse jedem klar sein, dass der Abschied von der Kernenergie erhebliche Auswirkungen auf das Ziel der CO2-Reduktion haben werde. „Je schneller wir aussteigen, desto mehr Kohle und Gas brauchen wir.“

Stoiber rät seiner Partei außerdem, sich derzeit nicht auf schwarz-grüne Gedankenspiele einzulassen. „Ich warne ganz entschieden vor Koalitionsspekulationen. Das wollen die Menschen jetzt, in dieser Phase, wirklich überhaupt nicht hören“, sagte er der Zeitung.

mm

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