Kanzlerkandidat geht in die Offensive

Nebeneinkünfte: Steinbrück attackiert Kritiker

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Kanzlerkandidat Steinbrück geht in der Diskussion über seine Nebeneinkünfte in die Offensive.

Berlin - Peer Steinbrück geht in der Diskussion über seine Nebeneinkünfte in die Offensive. „In Wahrheit geht es einigen Kritikern darum, meine persönliche Glaubwürdigkeit zu beschädigen. Das wird aber nicht gelingen.“

Das sagte der SPD-Kanzlerkandidat der Tageszeitung „Die Welt“ (Freitagausgabe) laut Vorabbericht. „Denn die Menschen, die meine Reden mit viel Zustimmung begleiten, wissen, wofür ich stehe und dass ich nichts zu verbergen habe.“

Steinbrück war von mehreren Seiten, zuletzt vor allem von CSU und FDP, für seine Nebenverdienste mit Reden und Vorträgen angegriffen worden. Seine Kritiker verlangten eine Offenlegung über die Vorschriften des Abgeordnetengesetzes hinaus.

Peer Steinbrück: Klare Kante und loses Mundwerk

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Steinbrück machte nun aber erneut deutlich, dass er seinen Einkommensteuerbescheid nicht veröffentlichen wird. „Meine Frau und ich werden steuerlich gemeinsam veranlagt. Ich habe nicht die Absicht, einerseits ihre Einkünfte und anderseits meine Verträge mit Verlagen öffentlich zu machen“, sagte er.

CSU und FDP schießen sich auf Nebenverdienste ein

Peer Steinbrück muss sich unterdessen weitere Attacken aus CSU und FDP wegen seiner Nebenverdienste gefallen lassen. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt verlangte „volle Transparenz“ über Steinbrücks Einkünfte. In der SPD ist der Umgang mit den Nebentätigkeiten ebenfalls umstritten.

Der frühere Bundesfinanzminister Steinbrück hat nach eigenen Angaben eine Reihe von Vorträgen bei Banken, Versicherungen und Unternehmen gehalten und dafür jeweils mindestens 7.000 Euro erhalten. Wie viel genau, muss er laut Abgeordnetengesetz nicht offenlegen. Nach Schätzungen soll die Honorarsumme bei mehreren 100.000 Euro liegen.

Döring vermisst „Gen des ehrbaren Kaufmanns“

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte, Steinbrück stehe in Verdacht, ein „Produkt der Finanzindustrie“ zu sein. „Es kann der Eindruck entstehen, als sei Steinbrück der Liebling der Spekulanten. Er täte gut daran, volle Transparenz walten zu lassen“, sagte Dobrindt der „Welt“ (Donnerstagausgabe). Steinbrück solle sagen, wie viel Geld er von der Finanzindustrie bekommen habe, seit er nicht mehr Minister ist. „Dann kann sich jeder ein objektives Urteil bilden, ob da Abhängigkeiten entstanden sind oder nicht.“

FDP-Generalsekretär Patrick Döring warf Steinbrück Gier vor. „Die SPD muss damit klarkommen, dass Steinbrück offenbar immer wieder alle Sicherungen durchbrennen, wenn es um den eigenen Vorteil geht“, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Mit dem Gen des ehrbaren Kaufmanns ist dieser Hanseat nur dürftig gesegnet.“

Auch der Grünen-Europaabgeordnete Werner Schulz sagte dem Blatt: „Anständig wirkt das Ganze nicht. Deshalb erwarte ich eine völlige Offenlegung.“ Die Linke forderte ebenfalls umfassende Aufklärung.

dapd

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