Aussage im Prozess

Wulff: "Die zwei Jahre waren für mich kein Spiel"

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Christian Wulff am Donnerstag im Landgericht in Hannover.

Hannover  - Der Staatsanwalt im Korruptionsprozess gegen Christian Wulff hat schwere Vorwürfe erhoben. Auch der Ex-Bundespräsident hat ausgesagt.

Im Korruptionsprozess gegen Christian Wulff hat die Verteidigung einen umfassenden Freispruch des Ex-Bundespräsidenten gefordert. Bisher hätten die Vorwürfe der Anklage gegen Wulff nicht bewiesen werden können, sagte Verteidiger Michael Nagel am Donnerstag im Landgericht Hannover. Verteidiger Bernd Müssig betonte: „Die Anklage hätte nie erhoben werden dürfen.“ Sie beruhe auf „tendenziösen, unhaltbaren Spekulationen“.

Die Staatsanwälte Clemens Eimterbäumer und Anna Tafelski beim Prozess gegen den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Hannover eine Fortsetzung der Beweisaufnahme gefordert. Oberstaatsanwalt Clemens Eimterbäumer beendete sein Schlussplädoyer im Landgericht Hannover, ohne konkret eine Verurteilung oder einen Freispruch für Wulff zu fordern. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft sprechen bisher viele Umstände dafür, dass Wulff sich der Vorteilsannahme im Amt als niedersächsischer Ministerpräsident schuldig gemacht hat. 

"Gericht hat Erkenntnisquellen nicht ausgeschöpft"

„Wir haben erklärt, welche weiteren Beweisanträge wir für erforderlich halten“, sagte der Staatsanwalt. Unter anderem hätten weitere Zeugen gehört und weiteres Bild- und Aktenmaterial untersucht werden können. Das Gericht habe die zur Verfügung stehenden Erkenntnisquellen nicht ausgeschöpft und entsprechende Anträge der Staatsanwaltschaft abgelehnt, kritisierte Eimterbäumer.

Sein Schlussplädoyer begann er mit schweren Vorwürfen an die Adresse des Ex-Bundespräsidenten.

Der Oberstaatsanwalt warf dem ehemaligen Staatsoberhaupt am Donnerstag im Landgericht Hannover vor, eine verzerrte Wahrnehmung zu haben. „Ich konnte mir nicht vorstellen, wie leichtfertig Sie selbst Unzutreffendes verbreiten“, sagte er. Wulff steht zusammen mit dem Filmproduzenten David Groenewold vor Gericht, weil dieser für ihn Kosten rund um einen Oktoberfestbesuch übernahm und Wulff später bei Siemens für einen Film Groenewolds warb.

Wulff zeigt sich in Schlusswort versöhnlich

Wulff hat sich zum Abschluss seines Korruptionsprozesses versöhnlich gezeigt. „Ich hoffe, dass sich die Wogen glätten auf beiden Seiten, mit dem Urteil, das wir erwarten können“, sagte er am Donnerstag im Landgericht Hannover nach den Plädoyers in einem knappen Schlusswort. „Die letzten zwei Jahre waren für mich kein Spiel, ich habe sie auch nicht als Heimspiel empfunden.“ Die gesamte Anklage gegen ihn habe sich auf falsche Vermutungen gestützt. Das Urteil im Prozess wird am kommenden Donnerstag gesprochen, kündigte der Richter an.

Wulff steht zusammen mit dem Filmproduzenten David Groenewold vor Gericht, weil dieser für ihn Kosten rund um einen Oktoberfestbesuch übernahm und Wulff später bei Siemens für einen Film Groenewolds warb. Auch Groenewolds Verteidiger forderte einen Freispruch für seinen Mandanten. Das Urteil wird voraussichtlich am kommenden Donnerstag gefällt.

dpa

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