SPD-Politiker: Peinlicher Fehler bei Abstimmung

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Dem SPD-Bundestagsabgeordneten Marco Bülow ist ein peinlcher Fehler bei einer Abstimmung unterlaufen.

Berlin - Der Bundestag lacht über den SPD-Abgeordneten Marco Bülow: Der kritisiert, dass Parlamentarier vielfach nur noch Stimmvieh seien. Jetzt ist ihm bei einer Abstimmung selbst ein peinlicher Fehler unterlaufen.

Marco Bülow (38) aus Dortmund gibt sich gerne als Inbegriff des unbestechlichen Politikers, der sich allein dem eigenen Gewissen verpflichtet fühlt. Nachzulesen unter anderem in seinem aktuellen Buch "Wir Abnicker" (Econ Verlag).

Darin beklagt er: Politiker werden von "Parteifreunden" ständig zum Abnicken von Gesetzen gezwungen. Und vielfach seien Abgeordnete mit ihrem Job überfordert. Derzeit stellen sich einige von Bülows Kollegen im Parlament ernsthaft die Frage, ob der Westfale selbst so genau weiß, was er im Bundestag macht.

Der Fauxpas unterlief dem streitbaren Jungpolitiker ausgerechnet bei der Abstimmung zum schwarz-gelben Haushalt. Auf dem Kurznachrichtendienst "Twitter" hat Bülow sich nach dem Urnengang noch über den Etat ausgelassen:

"Haushalt leider beschlossen: Riesige Neuverschuldung, Mrd für die Klientel, weniger Geld für Erneuerb. En., mehr Geld für Atomenlager+Fusion"

Nur: Für eben diesen Haushalt hatte Bülow selbst gestimmt. Und das ausgerechnet als einziger Abgeordneter der Oppositionsparteien SPD, Grüne und Linkspartei.

Wie konnte das passieren? Offenbar aus Unachtsamkeit. Denn bei der namentlichen Abstimmung erhielt jeder Abgeordnete je mit einem Barcode personalisierte Stimmkarten. Eine blaue für "Ja!", eine rote für "Nein!" und eine weiße für "Stimmenthaltung!". Eigentlich ein idiotensicherer Abstimmungsmodus. Doch Bülow warf die blaue "Ja"-Karte in die Urne.

Immerhin macht Bülow keinen Hehl aus seinem Patzer. Ihm ist der Fehler auch peinlich. „Das ist mir noch nie passiert“, erklärte er dem Kölner "Express". Wie das Blatt berichtet, hat Bülow noch versucht, das „Ja!“ nachträglich in ein „Nein!“ abzuändern,  indem er dem Bundestagspräsidenten seine wahre Meinung zum Haushalt zu Protokoll gab. Aber ohne Erfolg. Jede Stimme zähle, wie sie abgegeben worden ist, betonte ein Sprecher des Bundestages gegenüber dem "Express".

fro

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