Erinnerung an Fall Walter Lübcke

SPD-Politiker mit Nachbau von Sturmgewehr bedroht: „Inakzeptabler Höhepunkt“

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Sturmgewehr G36: Den originalgetreuen Nachbau einer solchen Waffe erhielt jetzt der sächsische Vize-Regierungschef per Post. 

Der sächsische SPD-Chef und Vize-Regierungschef hat ein bedrohliches Paket enthalten. Inhalt: der Nachbau eines originalen Sturmgewehrs. 

Dresden - Sachsens Vize-Regierungschef, der SPD-Landesvorsitzende Martin Dulig, ist massiv bedroht worden. An seine Privatadresse sei von Unbekannten ein Paket mit einem Soft-Air-Nachbau eines Sturmgewehrs geschickt worden, erklärte der 45 Jahre alte Wirtschaftsminister des Freistaats. 

„Bedrohungen - auch Morddrohungen -, Beleidigungen und Beschimpfungen gegen mich nehmen seit 2015 spürbar zu“, kommentierte Dulig. „Der jetzige Fall ist ein neuer, inakzeptabler Höhepunkt.“ Die Ermittlungen der Polizei zu dem anonym versendeten Paket dauerten an.

Frau öffnete Paket mit Nachbau von Sturmgewehr G36 

Das Paket mit dem täuschend echt aussehenden Nachbau des Sturmgewehrs G36 der Firma Heckler & Koch war den Angaben zufolge Mitte Mai bei Dulig eingegangen. Die Originalwaffe wird von der Bundeswehr genutzt. Seine Frau habe das Paket geöffnet. Für sie sei auf den ersten Blick nicht erkennbar gewesen, dass es sich nicht um eine echte Waffe gehandelt habe, sagte Dulig.

Als Konsequenz aus dieser Bedrohung forderte Dulig eine gesellschaftliche Debatte darüber, „wer künftig noch Verantwortung für unser Land übernehmen soll“. Die Bedrohung von Politikern auf allen Ebenen müsse endlich aufhören.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nannte das Drohpaket eine „Riesensauerei“. „Dem treten wir entgegen, das darf es nicht geben“, sagte Kretschmer und erinnerte an den Fall des Anfang Juni mutmaßlich von einem Rechtsextremen getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU): „Wir haben gerade einen Fall in Kassel erlebt.“

dpa

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