Nach Plagiatsvorwürfen

Spaniens Regierungschef Sánchez räumt "Irrtum" in Buch ein

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Pedro Sánchez, seit Anfang Juni 2018 Regierungschef in Spanien

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez musste sich in der Vergangenheit gegen Plagiatsvorwürfe bezüglich seiner Dissertation wehren. Nun räumt er Fehler ein.

Madrid - Nachdem er sich bereits gegen Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit seiner Dissertation zur Wehr setzen musste, hat der im Juni vereidigte spanische Regierungschef Pedro Sánchez am Donnerstag einen "Irrtum" in einem von ihm veröffentlichten Buch eingeräumt. Laut der Zeitung "El País" enthält Sánchez' Buch von 2013 ganze Seiten aus der Rede eines spanischen Diplomaten - einschließlich eines Tippfehlers.

Es habe einen "Irrtum bei einer Quellenangabe" gegeben, sagte der sozialistische Ministerpräsident dazu am Rande des EU-Gipfels in Salzburg. Der Fehler solle in einer künftigen Neuauflage korrigiert werden. In der vergangenen Woche hatte Sánchez Vorwürfe zurückgewiesen, wonach er große Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben habe. Zeitungen berichteten, die Dissertation enthalte Abschnitte, die fast Wort für Wort aus einem Artikel eines Wissenschaftskollegen übernommen worden seien.

Sáchez ist nicht der einzige spanische Politiker, dessen akademische Vergangenheit derzeit Schlagzeilen macht. Eine Madrider Privatuniversität steht im Zentrum eines in Spanien als "Mastergate" bekannt gewordenen Skandals um die Vergabe von Hochschulabschlüssen unter dubiosen Umständen. Mehrere Politiker sollen an der Uni Titel erworben haben, ohne überhaupt zu Vorlesungen erschienen zu sein.

Mehrere Politiker sind bereits zurückgetreten

Wegen der Vorwürfe mussten bereits die Regionalpräsidentin von Madrid sowie Anfang dieses Monats auch Gesundheitsministerin Carmen Montón zurücktreten. Auch der Chef der konservativen Oppositionspartei PP, Pablo Casado, steht wegen eines Titels an derselben Universität in der Kritik. Die juristische Fakultät der Universität wurde inzwischen geschlossen.

Nach neuesten Erkenntnissen soll die Privatuni darüber hinaus hunderte Italiener im Eilverfahren mit Diplomen versorgt haben, obwohl diese in vielen Fällen kaum Spanisch sprachen. Es laufe ein Ermittlungsverfahren gegen die König Juan Carlos-Universität zur Vergabe von Hochschuldiplomen an rund 500 Italiener, erklärte ein Gerichtssprecher am Donnerstag in Madrid.

Laut einem Bericht der spanischen Online-Zeitung Eldiario.es konnten die italienischen Jurastudenten an der spanischen Uni ihren italienischen Bachelor-Abschluss in ein Hochschulexamen umwandeln und sich damit den teuren italienischen Master-Abschluss sparen. Anschließend konnten sie sich bei der Madrider Anwaltskammer registrieren und damit in jedem EU-Mitgliedstaat praktizieren - einschließlich Italiens, wo die Zahl der bei der Anwaltskammer registrierten Anwälte Beschränkungen unterliegt.

Dem Bericht zufolge vergab die spanische Privatuni die Abschlüsse im Schnellverfahren, die Italiener mussten nur für einen Kurztrip einfliegen und konnten mit dem Examen in der Tasche wieder heimkehren.

AFP

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